Hohe Schubkraft

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Text von: redaktion

Der MobilitätsTalk wird zur Drehscheibe der Verkehrs- und Mobilitätswirtschaft – Galileo bietet neue Möglichkeiten.

Die neue Plattform der Verkehrs- und Mobilitätswirtschaft, der MobilitätsTalk Südniedersachsen, verspricht ein Erfolg zu werden. Dem Ziel, der Branche in der Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen mehr Gehör zu verschaffen, sei man ein ganzes Stück näher gekommen, erklärt Initiator Klaus Richter. Zudem bietet der MobilitätsTalk Unternehmern auch Raum und Zeit für ein gegenseitiges Kennenlernen, für Gespräche und Geschäftsanbahnungen. Dieses Forum wird angenommen: „Zu den ersten beiden Veranstaltungen sind insgesamt mehr als 300 Besucher erschienen“, zieht Richter Bilanz. Besonders freut er sich über die Teilnahme zahlreicher kleiner und mittelständischer Unternehmer.

Der MobilitätsTalk präsentiert Expertenvorträge zu aktuellen Themen der Verkehrs- und Mobilitätswirtschaft. Im September stand das Thema Galileo im Mittelpunkt. „Vom europäischen Satellitennavigationssystem können alle profitieren“, glaubt Richter.

Das System, das gerade entwickelt wird, gibt Nutzern die Möglichkeit, global und zu jeder Zeit eine Positions- und Zeitbestimmung vorzunehmen – vorausgesetzt, ein geeigneter Empfänger ist vorhanden. Die Europäische Union und die europäische Weltraumagentur ESA haben das Projekt gemeinsam auf die Beine gestellt. Ende 2010 soll das System betriebsbereit sein. Mit Galileo soll eine Navigationsinfrastruktur geschaffen werden, die zahlreiche neue Anwendungen beispielsweise in Verkehr, Telekommunikation und Landwirtschaft ermöglicht. Klaus Richter rechnet mit einem sehr hohen Investitionsschub der neuen Technik.

Ein äußerst vielfältiges Anwendungsspektrum von Galileo im Bereich Mobilität und Verkehr sieht Michael Meyer zu Hörste vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Ein Beispiel dafür im Straßenverkehr sei die Echtzeitroutenführung. Das Fahrzeug werde dabei satellitengestützt vom Startpunkt zum Zielpunkt geführt – etwa zu einem freien Parkplatz. Auch die Fahrzeug-Fahrzeug-Kommunikation sei ein wichtiges Thema. „Sämtliche Fahrzeughersteller befassen sich mit dieser Thematik und streben übergreifende Standards an“, erklärt der Experte.

Im Schienenverkehr könne eine genaue Zuglokalisierung in geographischer und topologischer Hinsicht erreicht werden. Die topologische Position wiederum diene als Basis für viele weitere Automatisierungsfunktionen, wie zum Beispiel dem automatischen Fahren und der Abstandshaltung. Ebenso bestehe die Möglichkeit, den Fahrweg des Zuges zu überwachen. In der Luftnavigation ist die Galileo-gestützte Null-Sicht-Landung im Gespräch. Um an dieses Ziel heranzukommen, ist eine Eigenpositionsbestimmung von Luftfahrzeugen erforderlich, die extrem hohe Anforderungen an Genauigkeit, Integrität und Verfügbarkeit stellt.

„Es bedarf aber noch weiterer Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, um die bald verfügbaren Möglichkeiten effizient nutzen zu können“, schränkt Meyer zu Hörste ein. Auch die Integration und Weiterentwicklung bestehender Standards sei nötig, um Navigation mit mehr Möglichkeiten Realität werden zu lassen.

Text: TANJA UHDE