Hilfe für seltenen Schwarzstorch

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Text von: redaktion

Die Niedersächsischen Landesforsten errichten in den Wäldern des Solling künstliche Nistplätze für seltene Schwarzstörche. Insgesamt vier Kunsthorste baut derzeit ein speziell ausgebildeter Baumkletterer in den Forstämtern Dassel und Neuhaus.

Als Horstbäume haben Forstleute über 100 Jahre alte knorrige Buchen und eine Eiche ausgewählt. Zwei Tage lang zimmert jetzt der Baumkletterer je eine hölzerne Plattform in eine Astgabel der Krone ein. Darauf formt er mit kleinen Zweigen, Reisig und Moos ein künstliches Nest. Die Horste befinden sich in rund 15 Metern Höhe. Stürme hatten in den vergangenen Jahren die langjährigen Horste der Schwarzstörche zerstört. Bisher hatten die Vögel keine neuen gebaut. Da die scheuen Waldvögel treu an ihre alten Nester zurückkehren, rechnen Forstleute mit Erfolg bei ihrer Hilfsaktion.

„Wir bieten den Störchen ausgezeichnete Nistplätze mit allem was Störche gern mögen: Sicherheit vor Feinden in luftiger Höhe, ein solide gebauter Horst und nach unten freie Sicht“, freut sich Kai Conrad, der als Förster für Naturschutz für die Niedersächsischen Landesforsten Schwarzstörche im Solling betreut. Im Gegensatz zum Weißstorch sind die „Waldstörche“ sehr scheu und meiden Menschen besonders während der Brutzeit. „Die großen Vögel sind selten und stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Die Landesforsten übernehmen eine besondere Verantwortung für den Schutz der Schwarzstörche. Unser Ziel ist es, diese Art im Rahmen unserer Artenschutzinitiative Countdown 2010 besonders zu fördern“, sagt Conrad.

Zwar gebe es im Solling auch einige natürliche Brutplätze. Mit den neuen Nisthilfen wollen die Forstämter Dassel und Neuhaus jetzt aber die Lebensbedingungen für die seltene Art weiter verbessern. Der Mischwald reiche Solling biete mit seinen ausgedehnten Wäldern, Natur belassenen Bächen und abwechslungsreichen Wiesentälern sehr gute Lebensbedingungen. Auch die Moorrenaturierung und die extensive Pflege von Feuchtwiesen komme dem Schwarzstorch zu Gute, erläutert Waldökologe Konrad.