Herrscher der Daten

Text von: Yannick Lowin

Mit der Datenmanagementsoftware Seclore des gleichnamigen Herstellers gewinnen Sie die “Hoheit“ über Ihre Informationen zurück - so der IT-Tipp von Peter Bruchmüller, GOESYS AG.

Für einen Unternehmensberater ist es eine fast alltägliche Situation. Nach einem Kundenbesuch sitzt er im Zug und bereitet seinen Termin nach. Auf einer längeren Fahrt ist der Gang zur Toilette oft unvermeidlich. Doch bei der Rückkehr an den Platz, der Schock: Der Laptop ist verschwunden, und mit ihm hochsensible Kundendaten wie Bilanzen oder Zukunftsvisionen.

Ein Alptraum, sowohl für den Berater als auch für den Klienten. Um aber das böse Erwachen zu vermeiden, hat das indische Unternehmen Seclore vor wenigen Jahren eine Datenmanagementsoftware entwickelt, die es erlaubt, mittels weniger Klicks den Zugriff auf die gestohlenen Informationen zu verhindern.

Dazu ist nichts weiter nicht nötig, als einen „Client“ zu installieren. Einen auf dem eigenen Rechner und einen anderen auf dem Gerät, wo die Datei geöffnet werden soll. Denn ohne „Client“ und Internetverbindung ist der Zugriff nicht möglich.

„Als Administrator kann ich dann bestimmen, was mit meiner Datei geschieht. Wer darf bestimmte Informationen nutzen? Von wo aus? Und vor allem was darf damit gemacht werden“, veranschaulicht Peter Bruchmüller, Vorstandsvorsitzender der GOESYS AG, die leichte, aber effektive Handhabe der Software.

Die Göttinger IT-Spezialisten haben das Programm, das von großen Banken und Versicherungen verwendet wird, in die Region gebracht und unterstützen Firmen bei der Einrichtung.

Sicherstellung

„Zuerst stelle ich zum Beispiel ein, dieses Dokument darf nur gelesen werden, dann vergebe ich Rechte zum Bearbeiten bzw. Speichern, oder ich deaktiviere die Datei, sodass sie niemand mehr öffnen kann“, erklärt Bruchmüller die Nutzung.

Dabei ist es möglich, die verschiedenen „Schlüssel“ über einzelne Dateien, Ordner oder ganze Laufwerke zu legen. Zudem kann man als Administrator auch Rechte an Mitarbeiter delegieren, welche wiederum selbst entscheiden, wie die jeweiligen Informationen genutzt werden können.

„Das Geniale an dem Programm ist, dass ich mit wenigen Klicks in sekundenschnelle die Schlüssel der Datei verändern und sie im Anschluss auf der ganzen Welt nur so verwendet werden kann, wie ich es will“, so Bruchmüller.

Die Verwendungsmöglichkeiten sind fast unbegrenzt: Sei es, um sich vor Firmenspionage zu schützen in dem man verfügt, dass gewisse Informationen nur von bestimmten Rechnern aus geöffnet werden können oder sich gegen unzuverlässige Mitarbeiter abzusichern.

Denn wenn Dateien mit einem Seclore-Schlüssel belegt wurden, kann der Administrator dank der „Historie“ nachverfolgen, wer zu welchem Zeitpunkt was mit einer Datei gemacht hat.

Peter Bruchmüller sieht darüber hinaus das Programm in Zeiten verstärkter Nutzung von „Cloud-Computing“-Anwendungen im Kommen: „Wenn ich einen Webdienst wie ,Dropbox‘ in Anspruch nehme, weiß ich nicht, wo ich meine Dateien genau ablege und wer sie verwenden darf. Dank Seclore kann ich mich vor unautorisierten Zugriffen schützen und gewinne so die Hoheit über meine Informationen zurück.“

Die Software sei daher für jeden interessant, der seinen Daten eine hohe Priorität zuschreibe. Gegenüber den Konkurrenten im Markt hat Seclore, laut IT-Experte Bruchmüller, zum einen gegenüber Microsoft den Vorteil, alle Dateiformate sichern zu können, und zum anderen ist die Einrichtung beim Kunden deutlich kostengünstiger als beim zweiten Mitbewerber Oracle.