Herrschaftszeiten! – Händel Royal

© Michael Uneffer
Text von: redaktion

Am Montag, dem 6. Januar 2014, stellten der Künstlerische Leiter der Festspiele Laurence Cummings und der Geschäftsführende Intendant Tobias Wolff im Keller des Deutschen Theaters das Programm der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen 2014 vor.

So feiern die Festspiele unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil das Jubiläum der Personalunion vom 29. Mai bis 10. Juni 2014 mit Meisterwerken von Händels Krönungshymnen bis Elgars Pomp und Circumstance. Das mit „Herrschaftszeiten! – Händel Royal“ übertitelte Programm weitet dabei den Blick über die Personalunion hinaus. So tragen die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen auch einem anderen Jahrestag Rechnung: 2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. So finden sich auch Themen wie Herrschaft, Macht und Krieg in der Programmplanung der Festspiele wieder.

Das Symposium „Mehr Händel! Georg Friedrich Händel am Vorabend des Ersten Weltkrieges“ unter der wissenschaftlichen Leitung von Laurenz Lütteken (Zürich) und Wolfgang Sandberger (Lübeck) am 31. Mai beispielsweise nimmt insbesondere die Händel- Rezeption des frühen 20. Jahrhunderts in den Blick.

Doch zunächst gibt der Künstlerische Leiter Laurence Cummings gemeinsam mit dem Flötisten Peter Holtslag beim Festspiel-„Auftakt!“ in Dransfeld am 30. April einen Vorgeschmack auf das, was die Festspiele in diesem Jahr zu bieten haben. Mit dem Oratorium Joshua (HWV 64) eröffnet der Künstlerische Leiter Laurence Cummings am 29. Mai die Festspiele. Die Oper Faramondo (HWV 39) feiert zwei Tage später, am 31. Mai, Premiere im Deutschen Theater Göttingen. Der schottische Regisseur Paul Curran inszeniert die Festspieloper 2014, am Pult steht wiederum Laurence Cummings.

Der Krönungszyklus bildet einen weiteren Schwerpunkt des Programms: Gemeinsam mit den Händel-Festspielen Halle zeigen die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen einen dreiteiligen Zyklus mit Kompositionen für die britischen Monarchen aus dem Haus Hannover. Den Auftakt bildet am 30. Mai die Rekonstruktion der Krönungszeremonie von Georg I. in der Westminster Abbey mit Musica Alta Ripa, dem Knabenchor Hannover und dem Göttinger Knabenchor. Am 7. Juni präsentieren der NDR Chor und das FestspielOrchester Göttingen bei den Coronation Anthems for George II unter anderem das berühmte Zadok, the Priest. Den Abschluss bildet das Händelfestspielorchester Halle am 9. Juni mit einem Requiem für einen König, einer veritablen Uraufführung des Oratoriums auf das Absterben des Königs von Großbritannien Georg I. von Johann Mattheson.

In Göttingen können sich die Festspielbesucher außerdem u. a. auf Christina Pluhar mit dem Ensemble L’Arpeggiata und das Göttinger Symphonie Orchester mit einem Programm ganz in der Manier der „Last Night of the Proms“ freuen.

Erstmals spielen Musiker des FestspielOrchesters Göttingen – liebevoll FOG genannt – in der Reihe „FOG im Fokus“ (FiF) in unterschiedlichen Besetzungen ganz besondere Programme. Wer das FestspielOrchester Göttingen in seiner ganzen, von Kritikern hochgelobten Pracht erleben möchte, kann mit ihm auf Reisen gehen: Am 23. Mai spielen diese ausgewiesenen Spezialisten Alter Musik das Oratorium Joshua in Hamburg und am 24. Mai im Rahmen des Lufthansa Festival of Baroque Music in London. Am 9. Juni sind die Coronation Anthems im Rahmen der Händel-Festspiele Halle zu hören.

Zu einer Fahrt in die nähere Umgebung laden 2014 wieder die Regionalkonzerte ein. „Crime & Mystery“ am 5. Juni im Klostergut Reinshof, Ars Eloquentiae „Im Geheimdienst Seiner Majestät“ am 7. Juni in Waake oder der NDR Chor a cappella in Reinhausen am 8. Juni sind nur einige der insgesamt acht Konzerte in der Region.

Händel 4 Kids!, das Kinder- und Jugendprogramm der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen, bietet auch 2014 ein abwechslungsreiches Programm für junge Händel-Freunde und die, die es werden wollen: Die „Händel-HipHopera“ FamilienBande – HipHop, Händel und andere Herzensangelegenheiten ist nach Young Amadigi die zweite Jugendopernproduktion der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen. Mit diesem Crossover-Projekt wollen die Festspiele Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren ansprechen. Doch auch für die Jüngeren locken Workshops, Kinderkonzerte und -führungen. Mit dem Familientag am 7. Juni öffnet sich die Göttinger Innenstadt erneut für Groß und Klein: Viele Geschäfte laden zu künstlerischen Aktivitäten, Lesungen und Aktionen zum Mitmachen und Kreativwerden ein. Nach dem großen Erfolg 2013 wird in der Stadthalle Göttingen eine Familienfassung der Oper zu erleben sein. Präsentiert von Juri Tetzlaff, dem deutschlandweit bei Kindern und Jugendlichen aus dem KiKa und als Drehbuchautor des „Tigerenten Club“ bekannten Moderator, zeigen Solisten und das FestspielOrchester Göttingen Auszüge aus Faramondo – kurzweilig und kindgerecht aufbereitet, 2014 erstmals im Rahmen des Familientags.

Das Rahmenprogramm der Festspiele ergänzt den Festspielkalender um ein vielfältiges und bunt gemischtes Angebot. Von Mittagsvorlesungen über Führungen, Filme, Gottesdienste, Ausstellungen bis zu zahlreichen Aktivitäten anderer Kulturinstitutionen in der Innenstadt – ganz Göttingen wird zur Festspielmeile.