Helmut-Bauer-Nachwuchspreis für MS-Forschung verliehen

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Text von: redaktion

Zum sechsten Mal hat die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) den Helmut-Bauer-Nachwuchspreis für Multiple-Sklerose-Forschung verliehen. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ging in diesem Jahr zu gleichen Teilen an zwei Nachwuchswissenschaftler in Würzburg und Berlin.

Der 34-jährige Nachwuchswissenschaftler Ulf Schulze-Topphoff forscht derzeit als PostDoc in der Cecilie-Vogt-Klinik an der Charité – Universitätsmedizin Berlin und am Max-Delbrück Centrum für Molekulare Medizin.

Seine Arbeit, für die er jetzt den Helmut Bauer-Nachwuchspreis erhielt, trägt den Titel „Activation of kinin receptor B1 limits encephalitogenic T lymphocyte recruitment to the central nervous svstem“.

Seine Entdeckung – dass ein körpereigenes Kontrollsystem, das aus dem Herz-Kreislauf-Bereich bekannt ist, die Migration pathogener T-Zellen ins ZNS steuert – könnte möglicherweise ein neuer Ansatz zur Behandlung chronischer Entzündungen wie der Multiplen Sklerose sein.

Der 32-jährige Preisträger Sven G. Meuth ist derzeit als Assistenzarzt an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Würzburg tätig. Seit 2004 gehört er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschergruppe „Multiple Sklerose und Neuroimmunologie“ an.

Den Preis erhält Meuth für seine Arbeit zum Thema „TWIK-related acid sensitive K+ channel 1 (TASK1) and TASK3 critically influence T lymphocyte effector funtions“.

In der Studie beschäftigt er sich mit der Rolle einer erstmals auf T-Lymphozyten beschriebenen Kaliumkanalfamilie und deren Einfluss auf die T-Zellfunktion und er konnte zeigen, dass diese möglicherweise molekulare Zielstrukturen für den Einsatz von Medikamenten sein könnten.

„Die Arbeiten liefern neue, sehr grundlegende Erkenntnisse, um den Krankheitsverlauf bei Multiple Sklerose besser zu verstehen. Die Ergebnisse haben Bedeutung für künftige neue Therapieentwicklungen bei der MS“, sagt Wolfgang Brück, Direktor der Abteilung Neuropathologie.

Der Helmut-Bauer-Nachwuchspreis für Multiple-Sklerose-Forschung ist nach dem ehemaligen Direktor der Neurologischen Klinik der Universität Göttingen benannt. Das Preisgeld wird von der Firma Biogen Idec gestiftet.