Heilkraft der Pferde

© Therapeutischer Reitverein
Text von: Belinda Helm, redaktion

faktor ruft zur Unterstützung für den Therapeutischen Reitverein Sankt Martin auf.

Sich tragen lassen und getragen werden, im beruhigenden Rhythmus sanft hin- und herschaukeln, wohltuende Wärme spüren.

Seit über 20 Jahren kommen Menschen mit Körperbehinderungen, mit sozialem Förderbedarf oder mit psychischen Erkrankungen zur Reittherapie des Therapeutischen Reitvereins Sankt Martin.

Gruppen aus dem Asklepios Fachklinikum, dem Kinderheim Rittmarshausen, dem Luisenhof Göttingen und der Heinrich-Böll-Schule erleben bereits die heilenden Impulse der pferdegestützten Behandlung auf dem Therapiehof in Niedernjesa.

Ein Beispiel ist Nalini, 20 Jahre alt. Sie reitet seit sieben Jahren beim therapeutischen Reitverein St. Martin. Nalini hat eine angeborene Muskelschwäche am ganzen Körper. „Es ist irgendwie motivierend, wenn man endlich einen Sport gefunden hat, den man trotzdem schafft. Am Anfang hatte mein Stiefvater Bedenken, ob ich das schaffen könnte“, berichtet sie. „Ich war der Meinung, ich sollte es zumindest mal probieren. Darüber bin ich sehr froh, denn es macht richtig Spaß.“

Nalini ist kein Einzelfall. Etwa 30 Menschen zwischen vier und 67 Jahren kommen wöchentlich zum heilpädagogischen Reiten, zur Hippotherapie oder zum ergotherapeutischen Reiten.

Ingeborg Fandrey (Foto) ist mit 65 Jahren die älteste Reiterin. Sie sitzt aufgrund einer Querschnittslähmung im Rollstuhl: „Es ist erstaunlich, was ich mithilfe der Pferde geschafft habe. Vor allem, wenn ich daran zurückdenke, wie unsicher und verkrampft ich vor zwei Jahren auf Luna saß. Ich kämpfte ständig um mein Gleichgewicht.“ Doch dann lernte sie, den Schritt des Pferdes in den Rücken aufzunehmen und weiter schwingen zu lassen. „Heute darf ich auf einem richtigen Sattel sitzen, verliere die Steigbügel nicht mehr, habe Zügel in den Händen und darf auf Alice Anfänge von Dressurübungen reiten.“

Am schönsten aber, findet Ingeborg Fandrey, ist es, über Felder bis zu den Gleichen oder bis zum Bismarckturm hinweg sehen zu können und einmal nicht dicht am Boden im Rollstuhl zu kleben. Und mit einem Lächeln im Gesicht ergänzt sie: „Eigentlich kann ich das, was ich dort auf dem Hof erlebe, gar nicht richtig beschreiben. Die Art, wie die Pferde behandelt werden, wie wir lernen, was die Pferde gerade denken und wollen, wie man sich nur mit Blicken und kleinen Gesten mit ihnen verständigen kann, lässt sich nicht in Worte fassen, man kann es nur selbst spüren und erleben.“

Derzeit stehen für die Therapie ein Außenreitplatz, eine kleine Scheune und das umgebende Gelände zur Verfügung. Vor allem im Winter müssen häufig Therapien wegen schlechter Witterungsbedingungen abgesagt werden.

„Um effektiv arbeiten zu können, ist Kontinuität aber unbedingt erforderlich“, betont Vereinssprecherin Neda Mohagheghi. Aus diesem Grund soll nun eine Therapiehalle gebaut werden. „Die Warteliste ist lang. Außerdem möchten wir gern integratives Reiten und Reitsport für Behinderte anbieten.“

Der Bau einer Halle ist mit etwa 150.000 Euro veranschlagt. Ein Betrag, den der Verein, der auf namhafte Unterstützer wie den Göttinger BG-Coach John Patrick zählen darf, nicht allein aufbringen kann. Dazu John Patrick: „Ich weiß, dass der Verein mit überdurchschnittlichem ehrenamtlichen Engagement arbeitet und vieles aus eigener Kraft stemmt – doch für die Realisierung einer Therapiehalle sind jetzt einfach Spenden nötig.“ Der BG-Coach ruft auf: „Unterstützen Sie den Therapeutischen Reitverein, und helfen Sie bedürftigen Kindern und Erwachsenen, ihr persönliches Glück auf dem Rücken der Pferde zu finden.“

Auch faktor bittet um Ihre Unterstützung.

Spenden können Sie direkt

auf das Konto des Therapeutischen Reitvereins bei der
Sparkasse Göttingen, BLZ 26050001
Kontonummer 153759

oder bequem mit einem „Klick“ über die Homepage:
www.thrv-sanktmartin.de