HAWK gewinnt Forschungsprofessur

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Text von: redaktion

Die HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst hat eine der insgesamt sieben niedersächsischen Forschungsprofessuren gewonnen. Die niedersächsischen Wissenschaftsministerin, Johanna Wanka, hat das Programm am Montag, 17. September 2012, in Hannover gestartet.

Erfolgreich war der Antrag von HAWK-Vizepräsident Wolfgang Viöl, das Fachgebiet der Laser-Plasma-Hybridtechnologie an der Göttinger Fakultät Naturwissenschaften und Technik auszubauen.

Anwendungsgebiete dieser Hybridtechnologie können in der Herstellung von Displays, Handys, Computernoder Solarzellen gefunden werden.

Die Forschungsprofessur soll zum Sommersemester 2013 besetzt werden.

Die Laser-Plasma-Hybridtechnologie ist eine einzigartige Ergänzung zu bereits genutzten Plasmatechnologien und verspricht ein großes Anwendungspotenzial. In einem weltweit einmaligen Verfahren hat die Arbeitsgruppe um Professor Viölschon jetzt Atmosphärendruck-Plasmen mit Laserstrahlungsquellen kombiniert, um Synergien auszunutzen.

„Diese Kombination steht noch am Anfang ihrer Erforschung, allerdings zeigt sie bereits, dass die Technologie neue Wege bei der Entwicklung und Erforschung innovativer Technologien und Verfahren öffnet: Durch den Einsatz der Laser-Plasma-Hybridtechnologie sind beispielsweise neue Materialbearbeitungsverfahren bis hin zu innovativen Strahlungsquellen denkbar“, hebt Viöl hervor.

„Engagierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unserer Fachhochschulen zeigen Spitzenleistungen der angewandten Forschung und erhalten durch das neue Programm die Möglichkeit, ihre Forschung zu intensivieren. Wir gehen einen neuen Weg und stärken die Forschungskraft unserer Hochschulen und ihre Wettbewerbsfähigkeit bei der Einwerbung von Drittmitteln“, sagte die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Johanna Wanka, heute in Hannover zum Start des neuen Förderprogramms.

Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung, betonte: „Exzellenz in der Wissenschaft braucht beides: mehr Wissen und mehr Können. Die neuen Forschungsprofessuren an niedersächsischen Fachhochschulen belegen eindrucksvoll, wie mit vergleichsweise geringen Mitteln Hervorragendes für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft geleistet werden kann.“

Mit der Erforschung des Phänomens Plasma soll der so genannte ,vierte Aggregatzustand´ für zahlreiche Anwendungen in Wissenschaft, Wirtschaft, Industrie und Alltag nutzbar gemacht sowie verschiedenste Probleme innovativ gelöst werden.

Plasma entsteht, wenn durch Energiezufuhr ein Gas oder Gasgemisch in den Plasmazustand übergeht. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Kosmos zu 99 Prozent aus diesem Aggregatzustand aufgebaut ist.

Doch auch ohne Teleskop ist Plasma in der Natur beobachten, zum Beispiel bei der Entladung eines Gewitterblitzes. Durch sorgsam zugeführte elektrische Energie kann Plasma künstlich hergestellt werden; erste Innovationen berühren das tägliche Leben bereits.

Allerdings sind die Möglichkeiten, die das ionisierte Gas bietet, mit Leuchtstoffröhren, Plasmafernsehern oder bei industriellen Beschichtungsverfahren bei weitem nicht ausgeschöpft, sondern stehen lediglich am Anfang.

Die zahleichen Vorteile der Methoden, die das Plasma bietet, werden nicht ausgenutzt oder sind schlicht noch nicht bekannt.