Hände schütteln

© Entscheider Medien GmbH
Text von: redaktion

Sybil Gräfin Schönfeldt gibt Tipps zu gutem Ton.

Die Sitte des Händeschüttelns zur Begrüßung gilt in angelsächsischen Ländern als germanisch, aber gerade in den USA werden einem oft erstaunlich kräftig die Hände geschüttelt. Es scheint eine sehr regionale und gesellschaftlich gebundene Sitte zu sein: im Norden eher nein, im Süden eher ja. Ich würde beobachten: Man merkt meistens, ob der eine oder die andere auf meine ausgestreckte Hand wartet, und diese Erwartung sollte man höflicherweise nicht enttäuschen. Außerdem gilt der Nichthandschüttler leicht als hochmütig oder eingebildet.

Ein Missverständnis, das zum Beispiel in einem Büro oder Betrieb ärgerliche Folgen haben kann. Lästig ist freilich die Händeschüttelei in großer Gesellschaft, aber da gilt es nicht als unhöflich, wenn man sich mit einem freundlichen Nicken von einem zum anderen wendet. Auf jeden Fall muss der Jüngere etc. darauf warten, dass und ob man ihm die Hand reicht. Jede Frau hat das Recht, das Zeichen zum Händeschütteln zu geben und andererseits den Handschlag zu vermeiden. Sie muss es nur so elegant tun, dass der oder die Partner(in) nicht dumm dasteht mit schon ausgestreckter Hand. Jemanden so stehen zu lassen, wäre wiederum beleidigend.Sybil Gräfin Schönfeldt, die in Göttingen studierte, gilt als Knigge- Erbin. Der Beitrag stammt aus ihrem Ratgeber „Gutes Benehmen wieder gefragt“ (Verlag Mosaik).