Gutenberg in der BBC: Stephen Fry präsentiert Göttinger Gutenberg-Bibel

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Text von: redaktion

Ein BBC-Team war am 11. April zu Dreharbeiten für einen Film über Johannes Gutenberg und die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern zu Gast an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Der Schriftsteller, Schauspieler und Regisseur Stephen Fry interviewte den Leiter der Abteilung Handschriften und Seltene Drucke der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek (SUB), Helmut Rohlfing, über die Bedingungen, die es Gutenberg ermöglichten, sein Werk zu vollenden und mit der ersten gedruckten Bibel ein nahezu perfektes Druckwerk zu produzieren. Dabei wurden neben der Göttinger Gutenberg-Bibel das Göttinger Musterbuch, das Helmaspergersche Notariatsinstrument und eine Reihe weiterer Frühdrucke der Bibliothek präsentiert.

Die unter der Leitung von Patrick McGrady produzierte einstündige Dokumentation wird voraussichtlich im Frühjahr 2008 von der BBC ausgestrahlt.

Um 1454 legte Johannes Gutenberg (um 1400 bis 1468) die erste gedruckte, mehr als tausend Seiten umfassende Bibel vor. Die Göttinger Gutenberg-Bibel ist der in Deutschland einzige von weltweit vier erhaltenen vollständigen Pergamentdrucken dieses Meilensteins der Buchdruckerkunst. Zum Gutenbergjahr 2000 wurde sie erstmals digitalisiert und im Internet frei zugänglich gemacht (www.gutenbergdigital.de); 2001 erklärte sie die UNESCO zum Weltkulturerbe.

Darüber hinaus verwahrt die SUB das noch seltenere Göttinger Musterbuch, eine Pergamenthandschrift, nach deren Vorlagen die Bibel ausgemalt wurde, sowie das Helmaspergersche Notariatsinstrument, die einzige zeitgenössische Quelle, die von Gutenbergs Erfindung berichtet.

„Deshalb stand unsere Bibliothek am Beginn der Dreharbeiten. Nirgends sonst sind so herausragende Schätze aus dem Umfeld der Erfindung des Buchdrucks versammelt“, erläutert Dr. Rohlfing. Weitere Drehorte sind mit Mainz, Eltville und Straßburg die wesentlichen Lebensstationen Gutenbergs.