Gute Aussichten

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: redaktion

Neuer Firmensitz in Östereich, weitere Mitarbeiter und ein drittes Büro in Göttingen: Beim IT-Gesamtdienstleister Sycor stehen alle Zeichen auf Expansion.

Heute arbeiten bei Sycor weltweit über 500 Menschen – in Europa, Asien und Amerika. Das konstante Wachstum der Sycor Gruppe auf dem deutschen und dem internationalen Markt in den vergangenen Jahren wird in der Branche wahrgenommen. 2015 wurde der Göttinger IT-Gesamtdienstleister bereits zum zweiten Mal in die Lünendonk-Liste der Top 10 der führenden deutschen mittelständischen IT-Beratungs- und Systemintegrations- Unternehmen aufgenommen. Und die Zeichen stehen auch weiterhin auf Wachstum. Das Ziel ist klar: Sycor plant, in fünf bis sieben Jahren 1.000 Mitarbeiter stark zu sein und einen Umsatz von 120 Millionen Euro zu erzielen. Die dafür nötige jährliche Steigerung um zehn Prozent läge deutlich über dem durchschnittlichen Marktwachstum von zwei bis drei Prozent. Zwar steht für das Unternehmen eine gesunde organische Geschäfts entwicklung im Vordergrund, doch strategisch passende Zukäufe werden auch in Zukunft nicht ausgeschlossen. Noch bis zum Ende dieses Jahres sollen weitere 30 Mitarbeiter einen Arbeitsplatz bei der Sycor Gruppe finden. Neben erfahrenen Experten werden auch Quereinsteiger, ,Young Professionals‘ sowie Auszubildende und Trainees für die verschiedenen Standorte gesucht.

,Wir geben IT ein Gesicht‘ – so lautet das Firmenmotto von Sycor. „Was unsere Kunden von uns sehen, sind unsere Mitarbeiter, unsere Gesichter. Keine Produkte. Nur die Menschen, unsere Referenzen und funktionierende Lösungen lassen Vertrauen in uns und unsere Leistungsfähigkeit entstehen“, beschreibt Geschäftsführer Marko Weinrich die Philosophie des Unternehmens. Der IT-Gesamtdienstleister bietet vor allem mittelständischen Unternehmen Lösungen der Informations- und Kommunikationstechnologie. Dabei hat sich Sycor auf bestimmte Zielgruppen und Branchen fokussiert wie industrielle Fertigung im Bereich SAP und Vermietung mobiler Güter sowie Prozessindustrie im Bereich Microsoft Dynamics AX. Aber auch CRM-Systeme, Sharepointsowie Dokumenten managementlösungen, Sprach- und Datennetzwerke, IT-Outsourcing mit Cloud-Angeboten und Lizenzberatung gehören zum Portfolio. „Wir müssen die Anforderungen und Bedürfnisse unserer Kunden verstehen, um sie in Lösungen abbilden zu können – letztlich von Menschen für Menschen“, erläutert Weinrich das Geschäft.

Den Grundstein für die heutige Sycor Gruppe bildete die im Jahr 1998 gegründete SYCOR GmbH. Diese entstand durch Mitarbeiter der ehemaligen IT-Abteilung der Otto-Bock- Firmengruppe um Marko Weinrich und Rüdiger Krumes. Beide leiten das Unternehmen nun seit über 17 Jahren. „Einige sehen uns als Teil von Otto-bock. Doch wir arbeiten losgelöst von dem Duderstädter Konzern. Als Gesellschafter lässt uns Hans Georg Näder alle Freiheiten, und wir können eigenständig agieren“, sagt Weinrich. Was als kleine „Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung“ begann, habe sich zu einem großen, international agierenden Unternehmen entwickelt. „Unsere Mitarbeiter arbeiten in verschiedenen Teams, meist fachbereichs- und standortübergreifend, zusammen. Dies erleichtert das Zugehörigkeitsgefühl und lässt schnell das Gefühl aufkommen, ein ‚Sycorianer‘ zu sein, auch wenn man nicht im Hauptsitz arbeitet“, sagt Weinrich.

Der Austausch und das Miteinander seien entscheidend. Neben der Suche nach neuen Talenten setze Sycor alles daran, bestehende Mitarbeiter an sich zu binden und als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben. Inner betriebliche Weiterbildung, Aufstiegschancen, eigenverantwortliches Arbeiten und starke Mitarbeiterorientierung sind wesentliche Bestandteile der Personalstrategie bei Sycor. Die hohe Mitarbeiterzufriedenheit ist messbar und spiegelte sich nach 2009 auch 2014 in den verliehenen TOPJOB- Auszeichnungen wider: Platz 3 beim Wettbewerb als bester mittelständischer Arbeitgeber und Sieger in der Kategorie ,Fokus Frauen‘.

Dass das Unternehmen nicht nur rosige Zeiten erlebt hat, verschweigt Weinrich jedoch nicht: „Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise 2009/2010 machte auch vor uns nicht halt. Aber wir hatten uns darauf vorbereitet und einen Maßnahmenplan erarbeitet, der bis 40 Prozent Umsatzreduktion ohne jegliche Kündigung zuließ.“ Das wichtigste Ziel sei dabei immer gewesen, ein anhaltendes Mitarbeiterwachstum sicherzustellen, zumindest aber alle Arbeitsplätze zu erhalten. „Und das konnten wir auch erreichen. Wir haben weiterhin Mitarbeiter eingestellt und keine auslastungsbedingten Kündigungen ausgesprochen“, erklärt der Geschäftsführer. Trotz Krisenzeiten habe Sycor durch zwei Übernahmen in den Jahren 2009 und 2010 seinen Rang als einer der größten Dienstleister im Umfeld der ERP-Software Microsoft Dynamics AX gefestigt. Selbst unter diesen schwierigen Marktbedingungen steigerte die Sycor Gruppe den Umsatz 2010 um 14 Prozent auf 40,2 Millionen Euro.

Sycor blickt positiv in die Zukunft und hat auch allen Grund dazu: Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2015 hat Sycor kräftig zugelegt: Umsatz und Gewinn sind deutlich gestiegen. „Unsere Anstrengungen der vergangenen Jahre finden jetzt ihren Niederschlag. Wir haben in den vergangenen Monaten viele Neukunden gewinnen können und profitieren dadurch jetzt von vollen Auftragsbüchern“, so Weinrich. „Auch im Bereich unserer Cloud- und Technologie- Services haben wir den Markterfolg deutlich gesteigert und mehr Kunden akquiriert als je zuvor.“ 150 neue Kunden konnte die Sycor Gruppe in den vergangenen zwei Jahren überzeugen. Neben großen Firmen wie CWS boco, Prangl, Bayer MaterialScience AG, AstraZeneca und LANXESS zählen auch regionale Unternehmen wie die Universitätsmedizin Göttingen, Novelis und Mahr zum Kundenstamm des IT-Dienstleisters.

„Mit CWS boco haben wir eines der bedeutendsten AX-Projekte für Microsoft in Europa gewinnen können.“ Dieser Erfolg war dem Microsoft-Vorstandsvorsitzenden Satya Nadella so bedeutend, dass er CWSboco- Mitarbeiter sogar zum Gespräch in die USA geladen hat. „Wir empfinden das als eine besondere Würdigung unserer Arbeit“, sagt Weinrich. Dieses Projekt unterstreiche einmal mehr die große Microsoft-Expertise des Unternehmens. Mit über 150 ,Microsoft Dynamics AX‘-Spezialisten zählt Sycor deutschland- und weltweit zu den Top- Microsoft-Partnern. Vergangenes Jahr konnte das Unternehmen durch die Ernennung zum ,Microsoft Global Independent Software Vendor (GISV)‘ die Partnerschaft mit Microsoft weiter ausbauen. „Diesen Status erhalten nur Unternehmen, die mit tiefer Branchenkenntnis maßgeschneiderte Softwarelösungen für ihre Kunden im Portfolio haben“, sagt Weinrich. Das sind weltweit nur rund 30 IT-Unternehmen – weniger also als 0,1 Promille aller Microsoft-Partner.

„Für uns ,Sycorianer‘ ist das eine Bestätigung unserer strategischen Bemühungen, maßgeschneiderte, qualitätsgesicherte Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln, die ihre ganz speziellen Bedürfnisse genau abdecken. In Zukunft werden wir noch intensiver mit den Microsoft-Teams für Forschung und Entwicklung, Produkt-Management sowie Produkt-Marketing zusammenarbeiten.“

Trotz der internationalen Ausrichtung des Unternehmens ist der IT-Dienstleister seinen regionalen Wurzeln in Göttingen treu geblieben. „Hier ist unser Hauptstandort, und den werden wir noch weiter ausbauen. Neben unseren Räumlichkeiten im Brauweg und am Bahnhof investieren wir in einen dritten Standort in Göttingen.“ So sollen noch in diesem Jahr weitere Büros in einem Göttinger Bürokomplex angemietet werden. Aber nicht nur das Headquarter weitet sich aus. Auch die Standorte Hamburg, Chemnitz und Stuttgart beziehen neue, größere und modernere Büros. Und Sycor ist in diesem Jahr neue Wege gegangen und gründete mit der SYCOR Austria GmbH den ersten Firmensitz bei den Nachbarn in Österreich. Zehn neue Mitarbeiter konnten in Wien und Salzburg ,quasi auf einen Schlag‘ gewonnen werden. Bei der Niederlassung Sycor Austria handelt es sich aber nicht um eine Neugründung im klassischen Sinn, vielmehr wechselte ein bereits bestehendes Team eines Wettbewerbers komplett zu Sycor. „In den vergangenen drei Jahren konnten wir mehrfach ganze Abteilungen unserer Wettbewerber für uns als Mitarbeiter gewinnen. Obwohl wir nicht aktiv um sie geworben haben“, sagt Weinrich. „Das zeigt, dass unsere Marke und Präsenz im Markt uns zu einem beliebten IT-Arbeitgeber macht.“