Gutachter geben gute Noten für die UMG

Text von: redaktion

Die Wissenschaftskommission Niedersachsen bescheinigt der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) eine erfolgreiche Entwicklung in den Bereichen Forschung, Lehre und Krankenversorgung.

Die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen (WKN) hatte im Frühjahr 2011 mit einem achtköpfigen Gutachtergremium die UMG und ihre Entwicklung seit der Erstbegutachtung im Jahr 2004 vor Ort geprüft. Jetzt liegt der Abschlussbericht der Begutachtung vor.

Im Zentrum standen die Schwerpunktsetzung, Nachwuchsförderung, Kooperation mit außeruniversitären Einrichtungen, Finanzen und strategische Entwicklungsplanung der Universitätsmedizin Göttingen.

In ihrer Zusammenfassung bescheinigt die WKN der UMG für die Zeit seit dem Jahr 2007 eine spürbar positive Entwicklung. Neben der hervorragenden wirtschaftlichen Konsolidierung wurde auch der nachhaltig verbesserte Kurs in der Forschung positiv bewertet. Hier sahen die Gutachter insbesondere die Neurowissenschaften und deren translationale Forschung, also den Weg aus dem Labor zum Patienten, als „uneingeschränkt innovativ“ an.

Auch der zweite Schwerpunkt an der UMG, die Herz-Kreislauf-Forschung, hat nach Ansicht der acht Gutachter eine „ausgezeichnete Entwicklung“ genommen und wird als „international sichtbar und vielversprechend“ eingestuft. „Durchweg positiv“ und „optimal genutzt“ sieht die WKN hier die Zusammenarbeit der UMG mit den außeruniversitären Einrichtungen.

Dem angestrebten dritten Forschungsschwerpunkt Onkologie wird genügend Potential zugeschrieben, hier sehen die WKN-Gutachter „positive Ansätze“ für eine Etablierung als dritten Forschungsschwerpunkt an der UMG. Die weitere Entwicklung der Onkologie sollte nach Ansicht der WKN weiterhin strategisch gestützt, von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet und mit Konzentration auf ausgewählte Forschungsthemen kontinuierlich ausgebaut werden, so die Gutachter in ihrem Bericht.

Hervorgehoben wird auch das Exzellenzcluster „Microscopy at the Nanometer Range“ sowie das DFG-Forschungszentrum „Center of Molecular Physiology of the Brain“. Beide Verbundprojekte werden maßgeblich von der UMG koordiniert und waren wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Antragstellung der Georg-August-Universität bei der Exzellenzinitiative 2007.

Insgesamt empfiehlt die WKN, die bestehenden Schwerpunkte vorrangig und im Rahmen eines strategischen, translational geprägten, interdisziplinären Konzeptes weiterzuentwickeln.

Beeindruckt zeigen sich die Gutachter vom Optimismus und Gestaltungswillen des wissenschaftlichen Nachwuchses. Besonders und als „sehr positiv“ begrüßen die Gutachter der WKN die Nachwuchsförderung an der UMG – hier vor allem die strukturiert aufgebauten Promotionsprogramme, das „Jacob Henle-Programm“, das Modellcurriculum „Facharzt-Weiterbildung Kardiologie und Habilitation“ sowie das geplante „Kern-Mantel-Studium“.

Auch die Kooperationsbeziehungen zu den außeruniversitären Einrichtungen (Max-Planck-Institute, Deutsches Primatenzentrum) haben sich aus Sicht der WKN bemerkenswert positiv entwickelt. Als ein interessantes Beispiel für die Forschungszusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft mit großen Entwicklungsmöglichkeiten wurde zudem die Kooperation der UMG mit der OttoBock HealthCare GmbH im Bereich der Orthobionik und Neurocomputation herausgehoben.

Im Abschluss würdigen und beglückwünschen die WKN-Gutachter die UMG zu ihrer beeindruckenden finanziellen Trendwende zwischen den Jahren 2007 und 2009. Die hervorragenden Ergebnisse und Bedingungen gelte es nun zu nutzen und auszubauen, um eine der führenden wissenschaftlichen Institutionen der Universitätsmedizin in Deutschland zu werden.

„Das ist ein gutes Ergebnis für die UMG. Die WKN hat allen Beteiligten in der UMG bescheinigt, dass sich die UMG seit der Zwischenbegutachtung im Jahr 2007 in der Forschung, in der Lehre, bei der Wirtschaftlichkeit erfolgreich auf ihrem Weg in die Spitzengruppe der Universitätsmedizin weiterentwickelt hat“, sagt Cornelius Frömmel, Sprecher des Vorstandes der Universitätsmedizin Göttingen und Dekan der Medizinischen Fakultät. „Die WKN hat der UMG neue Ziele aufgezeigt, an deren Erreichen wir uns in den nächsten Jahren messen lassen müssen. Seitens des Vorstandes werden wir dazu weiter unsere Hausaufgaben machen und dabei die wertvollen Hinweise aus der Begutachtung einbeziehen“, so Frömmel.