Grundsteinlegung für Kulturwissenschaftliches Zentrum

Text von: redaktion

Am 12. April 2010 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung am Heinrich-Düker-Weg 14 mit dem Niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann, dem Oberbürgermeister der Stadt Göttingen, Wolfgang Meyer sowie der Dekanin der Philosophischen Fakultät, Hedwig Röckelein.

Ob Ägyptologe oder Arabist, Ethnologe oder Historiker – ab dem Sommersemester 2012 lehren und forschen sie gemeinsam im neuen Kulturwissenschaftlichen Zentrum der Universität Göttingen.

Die Grundsteinlegung auf der Baustelle am Heinrich-Düker-Weg 14 begann mit der Begrüßung durch den Präsidenten der Universität, Kurt von Figura.

Die Fakultät ist berühmt für ihre Fächervielfalt; über 70 Professuren gehören ihr an. Sie werden nun zum großen Teil an einem Ort konzentriert, was bundesweit nahezu einmalig ist.

Gerade Fächer wie die Finnougristik, Turkologie oder Altorientalistik, die bisher über das Stadtgebiet verteilt sind, werden durch den Neubau direkt mit den Nachbardisziplinen verbunden.

„Die wissenschaftliche Vernetzung ermöglicht beispielsweise, Geschichte, Kultur und Sprachen Eurasiens und des Orients zu einem neuen Forschungsschwerpunkt zu entwickeln“, so Röckelein. Auf diese Weise werden die Geistes- und Kulturwissenschaften das Gesamtprofil der Universität noch weiter schärfen.

Mit dem Neubau entsteht zwischen Humboldtallee und Goßlerstraße ein architektonisches Ensemble, das die Raumformen des modernen Zentrums mit bereits vorhandenen Institutsgebäuden der Fakultät wie der Philosophie, der Romanischen, der Klassischen oder Slavischen Philologie verknüpft.

Durch die Verbindung der Gebäude haben Wissenschaftler und Studierende direkten Zugang zum Herzstück des Kulturwissenschaftlichen Zentrums: der Bibliothek.

„Sie enthält aufsehenerregende Bestände, teilweise aus den Gründungszeiten der Fakultät im 18. Jahrhundert“, hebt Röckelein hervor.

Kostbarkeiten wie das Film- und Tonarchiv der Iranistik oder die Afrika-Asien-Bibliothek der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen werden hier zugänglich sein. Etwa 600.000 Bücher wird dieser lang gestreckte Lesetempel beherbergen; mit seinen vier Stockwerken wird er auch architektonisch auffallen.

Der Bund und das Land Niedersachsen finanzieren das Vorhaben mit 24,9 Millionen Euro. Davon beträgt der Anteil der Universität Göttingen 1,9 Millionen Euro.

Nur symbolischen Wert haben hingegen die Münzen, die gemeinsam mit Bauplänen und einer Tageszeitung in einer Kupferschatulle dem Grundstein beigelegt wurden.