Gründung der Gemeindewerke Bovenden

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Text von: redaktion

Um auch zukünftig die Energie- und Wasserversorgung in Bovenden bürgernah und mit kommunalem Einfluss zu gewährleisten, werden die bislang als Eigenbetrieb geführten Gemeindewerke Bovenden in eine GmbH & Co. KG umgewandelt.

Nach intensiven Beratungen hat der Bovender Gemeinderat diesen Beschluss einstimmig verabschiedet. Nachdem nun auch die entsprechenden vertraglichen Inhalte konkretisiert worden sind, konnte jetzt die Unterzeichnung der Verträge im Rathaus Bovenden erfolgen.

Der Flecken Bovenden wird mit 60 Prozent Hauptgesellschafter des neuen Unternehmens. Mit der SWN Stadtwerke Northeim GmbH und der Harz Energie GmbH & Co. KG, die Anteile von jeweils 20 Prozent erwerben, hat man zwei strategische Partner gefunden.

In gleicher Weise ist ein weiterer Ratsbeschluss aus dem Mai zu werten, die Konzession für die Stromnetze der Ortschaften Emmenhausen, Harste, Lenglern, Reyershausen, Billingshausen und Spanbeck den Gemeindewerken Bovenden zu übertragen und die Netze zu erwerben.

Das Stromnetz in Bovenden und Eddigehausen gehört bereits den Gemeindewerken. Bovendens Bürgermeisterin Heidrun Bäcker begründete diese „historischen“ Beschlüsse mit immer weiteren Veränderungen im Energiemarkt.

Die Liberalisierung des Energiemarktes einerseits, verbunden mit einer intensiven Regulierung andererseits, erschwert kleinen Stadt- und Gemeindewerken das Wirtschaften. Immer mehr Beratungsbüros mussten eingeschaltet, Dienstleistungsverträge abgeschlossen werden.

„Diese Herausforderung waren für die Gemeindewerke allein nicht mehr zu stemmen“, so die Bürgermeisterin, die den kommunalen Einfluss auf diesem Gebiet aber für immens wichtig hält.

„Regulierung und schärferer Wettbewerb haben den Kostendruck für unsere Branche drastisch erhöht“ sieht auch Harz Energie-Geschäftsführer Hjalmar Schmidt. „Regionale Kooperationen sind da ein guter Weg, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“

Für Dirk Schaper, Geschäftsführer der Stadtwerke Northeim (SWN), ist es wichtig, den Bürgern langfristig eine sichere Versorgung vor Ort zu fairen und marktgerechten Preisen anbieten zu können. „Dies wird immer schwerer“, so Schaper, „ein Zusammenhalt ist ein guter Schritt, der Verantwortung für die Region gerecht zu werden. Stadt- und Gemeindewerke gehören zu den bedeutenden Wirtschaftsfaktoren in der Region, diese gilt es dauerhaft zu erhalten.“

Der Werkleiter der Gemeindewerke Bovenden, Willi Fricke, erläuterte, dass die Gemeindewerke und die SWN bereits auf eine jahrzehntelange gute Nachbarschaft zurückblicken können. In diesem Zusammenhang nannte er auch die Kooperation beider Unternehmen auf technischer Ebene

Künftig wird die Kooperation auf alle Unternehmensbereiche ausgeweitet. Im Rahmen eines Personalgestellungsvertrages werden die Mitarbeiter in Bovenden und Northeim eng zusammenarbeiten und damit Synergieeffekte erzielen, ist sich Schaper sicher.

Die technische und kaufmännische Abwicklung einschließlich Geschäftsführung erfolgt für das neue Unternehmen durch die SWN Stadtwerke Northeim GmbH. Der Kämmerer und Erster Gemeinderat des Flecken Bovenden, Thomas Brandes, wird zum 2. Geschäftsführer bestellt.

In Bovenden verbleibt das technische Personal einschließlich der Meisterebene. Außerdem wird dort eine kaufmännische Fachabteilung, zuständig für Northeim und Bovenden sowie ein Kundenbüro eingerichtet.

„Die Gemeindewerke bleiben ein eigenständiges Unternehmen mit Sitz in Bovenden“, betont Bürgermeisterin Bäcker – dazu gehöre auch die umfassende persönliche Kundenberatung am Ort.

Zudem werden die Gemeindewerke ihr Liefergebiet für Energie vergrößern. Ab 2012 werden auch die Bürger in Bovendens Ortsteilen Emmenhausen, Harste, Lenglern, Reyershausen, Billingshausen und Spanbeck sowie darüber hinaus die Möglichkeit erhalten, Energie von den Gemeindewerken Bovenden zu beziehen.

Um die Gemeindewerke Bovenden weiterzuentwickeln und in ihrer Struktur langfristig zu stärken, hat man sich für den jetzt eingeschlagenen Weg entschieden. „Alle politischen Parteien haben für die Zukunft des Flecken Bovenden an einem Strang gezogen“, so Bäcker.