Gründerworkshop auf Burg Ludwigstein

©PFH / Etienne-Noel Krause, Manuel Voss, Cengiz Degirmenci u. Sandor Hahn
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Vom 19. bis zum 21. Mai fand auf der Jugendburg Ludwigstein die sechste Entrepreneurship School der PFH Private Hochschule Göttingen statt. Zehn verschiedene Gründer-Teams der Göttinger Hochschulen PFH und Georg-August-Universität sowie Studierende und Absolventen weiterer Hochschulen nutzten die Gelegenheit, ihre Geschäftsideen weiter zu entwickeln. Expertenvorträge zu Strategie, Marketing/PR und Finanzierung, Feedback-Runden mit erfahrenen Unternehmern und intensive Workshop-Phasen halfen ihnen dabei.

GO-E-AWARD für Nahrungsergänzungsmittel

Drei Gründungsideen zeichnete die Jury um Bernhard H. Vollmar, Leiter des ZE Zentrum für Entrepreneurship an der PFH, mit dem GO-E-Award aus. Auf Platz 1 landeten die beiden Gründer Cengiz Degirmenci und Sandor Hahn mit ihrem Unternehmen LactoJoy, das Lactasetabletten produziert und vertreibt, die Menschen mit Laktoseintoleranz helfen, Milchprodukte konsumieren zu können, ohne Unverträglichkeitsbeschwerden zu entwickeln. Im Gegensatz zu vielen anderen Produkten besteht LactoJoy ausschließlich aus dem Wirkstoff und Bio-Kartoffelstärke und verzichtet völlig auf weitere Zusatzstoffe. Mit modernem Design und einer umfangreichen Social-Media-Kampagne positioniert sich LactoJoy eher als Lifestyle-Produkt denn als ein Medikament, wie es viele ihrer Wettbewerber tun.

Platz 2 des GO-E-Awards ging an das ebenfalls bereits seit einem Jahr bestehende Unternehmen Greenhaus von Manuel Voss. Er bietet vom Anbau bis zur Auslieferung nachhaltig produzierte Möbel an. Dazu gehören zum Beispiel ein ökologischer Anbau der Materialien oder die Produktion durch regionale Handwerker. „GreenHaus vereint hochwertige, individuelle Raumkonzepte mit elegantem Design und einer ökologisch und sozial ausgerichteten Fertigung”, nennt der Jungunternehmer seinen Leitsatz.

Etienne-Noel Krause aus Duderstadt hat als jüngster Teilnehmer der E-School mit Platz 3 ebenfalls einen Podiumsplatz erreicht. Bereits als Schüler hat er gemeinsam mit zwei Freunden sein eigenes Modelabel theassisi.com gegründet und vertreibt Schmuck und Herrenmode, die nach den eigenen Designs der Unternehmer gefertigt werden. Nun steht er vor der Entscheidung, wie er das Label weiter ausbaut.

Gründerwissen aus erster Hand

Neben den Fachvorträgen, einem Soft-Skills-Training im Ludwigsteiner Burgwald und den umfangreichen Workshop-Phasen war auch der Austausch mit erfahrenen Gründern und Unternehmern wichtiger Bestandteil der Entrepreneurship School. Für passenden Input sorgte das umfangreiche Programm mit zahlreichen Impuls- und Feedbackgebern, die Vorträge hielten oder von eigenen Gründungserfahrungen berichteten. In individuellen Gesprächen bei den Kaminabenden konnten die E-School-Teilnehmer dann noch so manchen informellen Tipp erfahren.

Aus der Gründerpraxis berichtete unter anderem auch Marco Böhme, faktor-Herausgeber und Unternehmer, der seit 2013 in der Jury der Entrepreneurship School vertreten ist. In seinem Vortrag erklärte Böhme, wie sich ein Business auf amazon.de lohnenswert aufziehen lässt. „Mit meiner Begeisterung habe ich in meinem Umfeld schon viele Menschen angesteckt“, erklärt der Unternehmer. Mehr zum Thema in seiner aktuellen Kolumne, die im faktor UNI 1/16 erschienen ist.

Außerdem mit dabei waren: Helge Halm (amazon SEO-Berater), Johannes Loxen (SerNet GmbH), Nico Lumma, Internetunternehmer, Jens Walter (MAS Analytics UG), Dirk Wandke, (Cinogy GmbH), Sievert Weiss, (Miamed GmbH) sowie die PFH-Absolventen Markus von Aschoff (Sitrion Systems GmbH) und Ansgar Holtmann (Vendion Consulting). Christian Gerstenberger (PFH-Absolvent und jetzt als Investor tätig) sowie zum Thema Finanzierung Ansgar Kirchheim (HightechGründerfonds).

Am Ende des dreitägigen Workshops hatten viele der Teams aus Gründungsideen ernsthafte Geschäftsmodelle entwickelt oder sich spezifischen Themen in der Weiterentwicklung ihrer noch jungen Unternehmen gewidmet.„Das Teilnehmerfeld der E-School bildete in diesem Jahr ein breites Spektrum ab. Es waren Geschäftsmodelle aus dem technisch-naturwissenschaftlichen Bereich, aus dem Tourismus, dem E-Commerce oder aus dem Social Entrepreneurship dabei. Das zeigt, wie bunt die Gründerlandschaft in der Region mittlerweile ist, aber auch wie ernsthaft und mit welch hohem Aufwand junge Leute an ihrer Gründungsidee arbeiten“, resümiert Bernhard H. Vollmar.