Großer Zuschuss für kleine Teilchen

© ATLAS Experiment, CERN
Text von: redaktion

Die experimentelle Teilchenphysik an der Universität Göttingen wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für weitere drei Jahre mit mehr als 1,15 Millionen Euro gefördert.

Die Forschergruppe unter der Leitung von Arnulf Quadt untersucht die Physik des schwersten bisher bekannten Elementarteilchens, des sogenannten Top-Quarks. Außerdem suchen die Physiker nach supersymmetrischen Teilchen, die als möglicher Baustein für die dunkle Materie im Universum gelten. Und sie befassen sich mit der Frage nach dem Ursprung der Masse von Teilchen.

Die Göttinger Physiker sind am Großexperiment ATLAS mit dem Teilchenbeschleuniger am europäischen Forschungszentrum CERN in Genf beteiligt. Sie entwickeln Pixeldetektoren zur Vermessung der Flugbahnen von Elementarteilchen. Untersucht werden dabei die Ergebnisse hochenergetischer Kollisionen von Wasserstoffteilchen.

Gemeinsam mit rund 2.000 Wissenschaftlern aus aller Welt sind sie auch an Forschungsvorhaben am größten je gebauten Teilchenbeschleuniger der Welt beteiligt, dem Large Hadron Collider (LHC).

Dort werden zur Untersuchung zentraler physikalischen Fragen zum Materiezustand des Universums kurz nach dem Urknall, unter anderem Eigenschaften des Top-Quarks und seine Wechselwirkungen mit anderen Teilchen mit hoher Präzision vermessen.

Ein weiteres Forschungsfeld ist die Supersymmetrie. „Sie sagt die Existenz von Teilchen vorher, deren Eigenschaften mit der unbekannten Form der kalten, dunklen Materie im Universum übereinstimmen. Mit den Experimenten am LHC erhoffen wir uns, dieses Rätsel lüften und die Teilchen- mit der Astrophysik verbinden zu können“, so Quadt.

Für die Weiterverarbeitung der enormen Datenmenge aus den Experimenten am LHC wird am CERN das Konzept des weltweit verteilten und vernetzten Rechnens (Grid-Computing) entwickelt.

Gemeinsam mit der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung Göttingen sowie Kollegen aus der Theoretischen Physik, der Bioinformatik und der Medizinischen Informatik haben die Göttinger Teilchenphysiker das Grid-Ressourcenzentrum GoeGrid im Frühling 2008 aufgebaut. Es wird als regionales Rechenzentrum dem weltweiten LHC Computing Grid zur Verfügung gestellt.