Göttinger Wissenschaftler entwickeln autonomen Laufroboter

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Text von: redaktion

Wissenschaftler aus Göttingen haben einen Roboter entwickelt, der je nach Umgebung flexibel zwischen mehreren Gangarten hin- und herschalten kann. Neu ist, dass diese unterschiedlichen Bewegungen von einem einzigen Verschaltungsnetzwerk mit nur wenigen Verknüpfungen erzeugt werden.

Ziel der Forscher ist es, einen selbstständigen Roboter zu bauen, der unabhängig von direkter menschlicher Kontrolle funktioniert.

Entwickelt wurde der Laufroboter von Wissenschaftlern der Universität Göttingen, des Bernstein Zentrums für Computational Neuroscience und des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation.

Bei Mensch und Tier werden immer wiederkehrende Bewegungen wie Laufen oder Atmen von kleinen neuronalen Einheiten gesteuert, so genannten CPGs (central pattern generators).

Dieses Prinzip haben sich die Wissenschaftler auch bei der Entwicklung von Laufrobotern zu Nutze gemacht. Doch bisher war für jede Gangart eines Roboters ein eigener CPG, also ein eigener Kontrollmechanismus notwendig.

Das Besondere an dem Roboter der Göttinger Wissenschaftler ist, dass er mit nur einem einzigen CPG auskommt.

Dadurch kann der Roboter einfacher und schneller Dinge selbst erlernen, da er nur eine Schaltstelle hat, an der Informationen koordiniert werden.

Künftig wollen die Göttinger Wissenschaftler den Laufroboter zusätzlich mit einem Speicherchip ausstatten. Dann könnte er eine Bewegung auch dann zu Ende ausführen, wenn er keinen sensorischen Input mehr bekommt.

Marc Timme vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation: „Wenn der Roboter mit einem motorischen Gedächtnis ausgestattet ist, wird er seine Bewegungen vorausschauend planen können.“