Göttinger Mathematiker erhält Millionenförderung

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Text von: redaktion

Der Mathematiker Valentin Blomer hat für seine zukunftsweisende Grundlagenforschung auf dem Gebiet der analytischen Zahlentheorie einen “Starting Independent Researcher Grant“ erhalten. Die Fördersumme beträgt eine Million Euro für eine Laufzeit von fünf Jahren.

Damit ist er der erste Wissenschaftler der Universität Göttingen außerhalb der Universitätsmedizin, der diese renommierte und hoch dotierte EU-Förderung des European Research Council (ERC) erhält.

Mit den bewilligten Fördergeldern wird Blomer sein innovatives Projekt „Analytic Number Theory: Higher Order Structures“ weiter verfolgen, dessen Ziel die Untersuchung von Objekten der analytischen Zahlentheorie in komplexen und mit konventionellen Mitteln unangreifbaren Strukturen ist.

Dabei werden wesentliche Fortschritte bei klassischen ungelösten Vermutungen erwartet. Die verwendeten Methoden sind innerhalb der reinen Mathematik interdisziplinär und haben Anknüpfungspunkte an die Stochastik, die Physik und die Kryptologie.

Valentin Blomer, Jahrgang 1977, wurde 2002 an der Universität Stuttgart promoviert und habilitierte sich 2005 als Juniorprofessor an der Universität Göttingen. Nach vier Jahren als Assistant Professor und später als Full Professor an der University of Toronto, Kanada, ist er seit 2009 Inhaber einer Lichtenbergprofessur an der Universität Göttingen.

Er erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, den André-Aisenstadt Prize und den Ribenboim Prize. Sein Forschungsgebiet ist die Zahlentheorie, insbesondere die analytische Zahlentheorie, automorphe Formen, L-Reihen und quadratische Formen.

Die Förderung grundlagenorientierter Pionierforschung ist einer der Schwerpunkte der Europäischen Union. Zu diesem Zweck wurde 2007 der ERC eingerichtet, um herausragende und besonders kreative Wissenschaftler zu unterstützen.