Göttinger Akademie tritt erstmals in Brüssel auf

Text von: redaktion

Zum ersten Mal präsentiert sich die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen am 19. September 2011 in der Niedersächsischen Landesvertretung bei der Europäischen Union in Brüssel. Thema ist die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik.

„Wir möchten auf die Expertise der Göttinger Akademie auch in Bezug auf europarelevante Fragen aufmerksam machen“, sagt der Präsident der Göttinger Akademie, Christian Starck.

In dem Vortrag von Professor Stefan Tangermann, Mitglied der Göttinger Akademie seit 1994, wird es um ein derzeit auf europäischer Ebene lebhaft diskutiertes Thema gehen: die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik.

Die Europäische Union ist dabei, ihren Finanzrahmen für die Periode 2014 bis 2020 festzulegen. Die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik, für die etwa 40 Prozent der Haushaltsmittel der EU ausgegeben werden, spielt eine entsprechend große Rolle.

Im Oktober 2011 will die EU-Kommission, die im November 2010 ein Grundsatzpapier zur zukünftigen Agrarpolitik vorgelegt hat, ihre konkreten Vorschläge für die agrarpolitischen Instrumente der Zukunft veröffentlichen.

Tangermann wird die Pläne der EU-Kommission kritisch unter die Lupe nehmen und folgende Fragen behandeln: Sollen die Zahlungen an Landwirte in den alten Mitgliedsländern gekürzt werden, damit die Bauern in den neuen Mitgliedsländern mehr Geld bekommen können? Sollen die Zahlungen an Landwirte mit großen Höfen gekürzt werden? Sollen die Bauern verschärfte Umweltanforderungen erfüllen müssen, um weiterhin die Zahlungen zu bekommen? Und: Was muss die Gemeinsame Agrarpolitik tun, um einen Beitrag zur Verminderung des Hungers in der Welt zu leisten?

Stefan Tangermann war bis zum Eintritt in den Ruhestand Ende 2008 Direktor für Internationalen Handel und Landwirtschaft in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Paris. Zuvor war er Professor für Volkswirtschaftslehre und Agrarökonomie an den Universitäten in Frankfurt/Main und seit 1980 in Göttingen. Mehr als zwanzig Jahre gehörte er dem wissenschaftlichen Beirat des Bundesministeriums für Landwirtschaft an.