Göttingen erhält neues Forschungszentrum für Neurotechnologie

Text von: Redaktion

Mit einem Fördervolumen von 8,4 Millionen Euro entsteht an der Georg-August-Universität der „BernsteinFokus: Neurotechnologie“. Der neue Forschungsverbund am Wissenschaftsstandort Göttingen wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Ziel des Forschungszentrums ist die Entwicklung sogenannter Neuro-Bionischer-Systeme, bei denen biologische und technische Komponenten miteinander gekoppelt sind. Diese sollen die Grundlage bilden für innovative Medizintechnik, die durch Prozesse im Gehirn gesteuert werden kann, so zum Beispiel Prothesen. Der interdisziplinäre Verbund mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Partnern aus der Industrie ist Teil des Nationalen Netzwerkes Computational Neuroscience, dem bereits das 2004 gegründete gleichnamige Göttinger Bernstein Center angehört.

Die Forscher im Göttinger Bernstein Fokus Neurotechnologie arbeiten an neuen Regelsystemen für Anwendungen, die Informationstechnologie, Robotik und Biomedizin kombinieren. Dazu gehören Gehprothesen, die auf neuronale Signale reagieren und selbst ein „Feedback“ an das Gehirn übermitteln. Die Experten untersuchen in diesem Zusammenhang die Informationsübertragung an der Schnittstelle von Nervensystem und technischem Gerät.

Der Bernstein Fokus verstärkt die neurowissenschaftliche Spitzenforschung am Wissenschaftsstandort Göttingen. Im Zuge der jetzt bewilligten BMBF-Förderung entstehen zwei neue Professuren, die das Zusammenspiel der Milliarden von Nervenzellen im Gehirn untersuchen und die neuronalen Signale des Gehirns analysieren. „Die beiden Lehrstühle erweitern auf sinnvolle Weise die bereits vorhandene, international sichtbare Expertise in den theoretischen Neurowissenschaften“, sagt Prof. Dr. Florentin Wörgötter von der Universität Göttingen. Der Wissenschaftler ist Koordinator des neuen Zentrums.

Um neurowissenschaftliche Forschungsergebnisse frühzeitig mit technologischen Anwendungen zu verknüpfen und wirtschaftlich nutzen zu können, werden auch Unternehmen aus der Industrie mitwirken und die Forschungsarbeiten zudem finanziell fördern. Das Medizintechnikunternehmen Otto Bock HealthCare (Duderstadt) hat dabei finanzielle Unterstützung über den Förderzeitraum hinaus zugesagt.