Göttingen als Migrationsstadt

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Text von: redaktion

Die persönlichen Geschichten von Migrantinnen und Migranten in Göttingen sind bislang in der Stadtöffentlichkeit kaum erzählt worden. Dem entgegenwirken möchte nun das Ausstellungsprojekt 'Movements of Migration', das vom 3. bis zum 30. März 2013 in den Räumen des Kunstvereins Göttingen in der Gotmarstraße 1 gezeigt wird.

Die Ausstellung, eine Kooperation zwischen der Universität Göttingen, dem Kunstverein und dem Integrationsrat Göttingen, ist das Ergebnis eines dreisemestrigen Praxisseminars am Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Universität Göttingen.

In Gemeinschaft mit sieben Künstlerinnen und Künstlern haben die Studierenden ihre Ergebnisse in Form eines Ausstellungsparcours durch die Innenstadt aufbereitet.

Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Kunst und städtischen Akteuren macht Movements of Migration in Göttingen zu einem bundesweiten Modellprojekt.

„Wir sind das erste Forschungsprojekt, das die vergessene Geschichte der Migration in Göttingen aufarbeitet“, so die Projektleiterin Sabine Hess vom Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie. „Mit Hör- und Filmaufnahmen wollen wir an verschiedenen Stationen in der Stadt, zum Beispiel einem Ausstellungscontainer am Bahnhof und Hörstationen in Geschäften, die Stimmen der Einwanderinnen und Einwanderer in die Öffentlichkeit tragen.“

Das Begleitprogramm umfasst Filmvorführungen, Lesungen und Gesprächsrunden mit Migrantinnen und Migranten sowie städtischen Akteurinnen und Akteuren.

Die nachhaltige Aufarbeitung und Archivierung der Göttinger Migrationsgeschichten garantiert ein interaktives Wissensarchiv, das alle recherchierten Materialien und Umsetzungen enthält.

„Im Künstlerhaus gibt es einen Archivraum, der zum Stöbern und Mitmachen einlädt“, so Hess. „Die persönlichen Geschichten der Migrantinnen und Migranten können in das Wissensarchiv vor Ort eingespeist werden, das auch über die Dauer des Ausstellungsparcours hinaus bestehen bleibt.“

Die Ausstellung wurde am Sonntag, 3. März 2013, eröffnet. Weitere Informationen sind im Internet unter www.movements-of-migration.org zu finden.