Go and get a head!

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: redaktion

Unternehmer Rolf Klaas stellt mit seinem Start-up, seinem Wissen und seiner Erfahrung ab sofort die ,Stellschrauben‘ für andere Fimen ein.

Produktionsunternehmen unterliegen bei den technischen Anforderungen und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einem ständigen Wandel, insbesondere wenn sie im internationalen Wirtschaftsverkehr tätig sind. Kommt es zu Qualitätseinbußen oder Produktionsausfällen und zu einem Rückgang im wirtschaftlichen Bereich, sind die Ursachen zumeist durch ‚Bordmittel‘ nicht mehr zu beheben. Denn häufig hat eine Abnutzung im Management, in der Technik oder im Netzwerk des Unternehmens dazu geführt, dass eigene Kräfte nicht mehr ausreichen, um die Fehlentwicklung zu lokalisieren und zu beheben. Rolf Klaas, jahrzehntelang Werksleiter und Geschäftsführer von Produktionsunternehmen insbesondere in der Automobilzuliefererindustrie, hat nun mit ,go-a-head‘ ein Unternehmen gegründet, mit dem er sein ‚von der Pike auf‘ erworbenes Know-how der Unternehmenssteuerung und sein Netzwerk solchen Firmen zur Verfügung stellt, die erkannt haben, dass ein Blick von außen notwendig ist.

„Ich habe nun eine lange Zeit hinter mir, in der ich immer wieder die Herausforderung angenommen habe, für international aufgestellte Unternehmen die alleinige Verantwortung für eine Produktion und einen Betrieb mit Hunderten von Mitarbeitern zu tragen“, erklärt Klaas, der zuletzt als Geschäftsführer die Weser-Metall-Umformtechnik (WMU) in Hann. Münden leitete. Ab sofort möchte er seine praktischen Erfahrungen sehr individuell und fallbezogen nutzen. „Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dazu entschieden, kein weiteres Angebot in der Industrie zur Unternehmensleitung anzunehmen, sondern denjenigen zur Seite zu stehen, die an bestimmten ,Stellschrauben‘ ihrer Firma eine neue Idee, Entlastung oder gar eine durchsetzungsstarke Begleitung im Management benötigen“, sagt der Geschäftsführer, der mit seinem neuen Konzept derzeit im ‚Einsatz‘ in einem Metall verarbeitenden Betrieb in Norddeutschland ist.

Klaas hat sich selbst auferlegt, sein Beratungsunternehmen in der Administration und Unterstützung vor Ort in den Betrieben schlank zu halten. Mitarbeiter werden von ihm nur dann hinzugezogen, wenn sich aus einer ersten Analyse ergeben hat, dass dies zwingend notwendig erscheint. „Mein Einsatz ist sehr persönlich ausgerichtet und nicht darauf angelegt, meine Unternehmensstrukturen finanzieren zu müssen“, so Klass. „Aus dem Alter und aus den Zwängen bin ich heraus“, ergänzt er nicht ohne einen gewissen Stolz auf seine unternehmerischen Erfolge in der Vergangenheit. Diese Unabhängigkeit gebe ihm die Freiheit, seinem Gegenüber auch stets die Wahrheit zu sagen, auch wenn das bedeute, dass seine Arbeit nicht lange gebraucht wird. Dies sei auch der Hauptaspekt seiner selbstbewussten Firmenphilosophie.

„Meine Tätigkeit kann bis hin zur Interimsgeschäftsführung gehen“, ergänzt Klaas. Ein solcher Schritt ist dann denkbar, wenn ein Unternehmen von den Gesellschaftern in einer Schieflage gesehen wird und akut ein Austausch im Management notwendig ist, mittelfristig aber noch keine finale Lösung zu finden ist. Das bundesweit vorhandene Netzwerk des 60-Jährigen zu Automobilherstellern und -zulieferern ermöglicht es ihm daneben, im Sinne eines ‚head-hunting‘ kurzfristig Mitarbeiter für sehr spezielle Aufgaben zu suchen und in Unternehmen einzuführen. Seit seiner Gründung sind es insbesondere auch Insolvenzverwalter, die die besondere Erfahrung und die Durchsetzungsfähigkeit von Rolf Klaas nutzen, um vertrauensvoll ein Konzept zu der Frage zu erarbeiten, ob eine Unternehmensfortführung möglich ist oder ob die Produktion eingestellt werden muss. Dabei geht es häufig nicht allein um wirtschaftliche Kennzahlen, sondern auch um rein technische Fragen in den Abläufen der Produktion und etwaige Optimierungsprozesse bis hin zu der Frage, ob man den Betrieb nicht auch auf eine ganz andere Produktion umstellen kann.

Eine besondere Herausforderung stellt für das Consulting-Unternehmen ,go-ahead‘ die Tatsache dar, dass bei vielen der zu bearbeitenden Themenkomplexe rechtliche Fragen eine Rolle spielen. Häufig passiert dies bei ‚due-dilligence-Prozessen‘, die Gesellschafter einleiten, um den Unternehmenswert zu bestimmen und für Verkaufsprozesse eine Struktur vorzubereiten. „Probleme zu lösen und nicht Probleme zu schaffen – das ist unsere Aufgabe bei der engen Zusammenarbeit“, erklärt Hasso Werk, Rechtsanwalt in der Göttinger Wirtschaftskanzlei SBZW. Seit vielen Jahren arbeitet Rolf Klaas mit den Juristen aus der Kanzlei bei allen Problemkreisen eines mittelständischen Unternehmens dann zusammen, wenn dies notwendig ist. Die Globalisierung erzwingt es, dass Erfahrungen im internationalen Geschäft benötigt werden.

Aufgrund einer langjährigen Tätigkeit von Rolf Klaas in der Führung eines Metallpresswerkes in Namibia als Tochtergesellschaft eines Konzerns aus Deutschland suchen auch potenzielle Investoren in Afrika seinen Rat. Ein sehr gut funktionierender Kontakt zu Regierungsabteilungen für die Wirtschaftsförderung vor Ort und eine fundierte Kenntnis der lokalen Mentalität und Kultur ermöglichen eine belastbare Aussage zu möglichen Erfolgen einer Niederlassung in Afrika. „Wer mit den gewerkschaftsgleichen Arbeitnehmervertretungen in Afrika noch nie verhandelt hat, kann nicht erahnen, was es heißt, Mitarbeiter dort zu motivieren und zu führen“, sagt Klaas. Einer Bitte der namibischen Regierung folgend, begutachtet er derzeit bereits konkret Standorte für eine mögliche Niederlassung von Unternehmen in Namibia. Das Ziel für 2015 für das neue Göttinger Start-up sei klar, so Klaas, der nun den Ausbau von ,go-a-head‘ plant: „Neue Kontakte, weitere Mitarbeiter – Wachstum ist angestrebt.“

go-a-head GmbH, Berliner Straße 10, 37073 Göttingen, Tel. 02739 891296, www.go-a-head.de