Gläser würdigt Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen

Text von: redaktion

Die Agentur für Arbeit hat gemeinsam mit Vertretern der Kammern die Bilanz des Berufsberatungsjahres 2010/11 vorgestellt: Ein Verdrängungswettbewerb durch den doppelten Abiturjahrgang ist demnach nicht festzustellen, so eines der erfreulichen Ergebnisse.

Mit guten Nachrichten eröffnete Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen: „Zum einen stellen wir fest, dass der vielerorts befürchtete Verdrängungswettbewerb am Ausbildungsmarkt zu Lasten der Haupt- und Realschüler durch den doppelten Abitur-Jahrgang in der Region ausgeblieben ist.“ Zum anderen verzeichne die Agentur bei den gemeldeten Ausbildungsstellen erneut einen leichten Anstieg. Auch wenn sich der Agenturchef angesichts der in manchen Branchen bereits festzustellenden Fachkräftebedarfe einen noch größeren Zuwachs an Ausbildungsangeboten erhofft hätte, würdigte er die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen, die sich nicht nur zur eigenen Nachwuchssicherung immer wieder bereit fänden, jungen Menschen berufliche Grundlagen zu vermitteln.

Mit insgesamt 2.729 bei der Arbeitsagentur gemeldeten Lehrstellen und dualen Studienangeboten lag die Zahl mit 39 Angeboten über dem Vorjahresergebnis. Im gleichen Zeitraum waren bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern 3.211 Bewerber für eine Ausbildung oder ein Duales Studium gemeldet. Zum Stichtag 30. September waren davon noch 124 Lehrstellensuchende ohne Ausbildungsplatz oder andere Alternative. Demgegenüber waren noch 146 offene Ausbildungsplätze zu verzeichnen.

Zufrieden mit der Zahl der bisher abgeschlossenen Ausbildungsverträge zeigte sich Marc Diederich, Referent der IHK in der Geschäftsstelle Göttingen. Die IHK konnte für die Stadt und den Landkreis Göttingen 1.048 abgeschlossene Ausbildungsverträge eintragen, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Landkreis Northeim stieg die Zahl um 15,8 Prozent auf 498 und im Landkreis Osterode um 9,2 Prozent auf 320 abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse. „Die Ausbildung im eigenen Betrieb ist nach wie vor die geeignetste Strategie zur Sicherung des eigenen Fachkräftebedarfs“, erklärte Diederich das erfreuliche Ergebnis.

Anstrengungen verstärken, um Jugendliche für das Handwerk zu begeistern

Claudia Müller, Ausbildungsplatzmatcherin bei der Handwerkskammer (HWK), verbuchte für ihren Bereich im Landkreis Northeim einen Zuwachs von acht auf 270 Ausbildungsverträge. Auch für den Landkreis Osterode gab es ein leichtes Plus von sechs Verträgen, so dass das Handwerk mit 135 neuen Nachwuchskräften an den Start ging. Im Landkreis Göttingen hingegen ging die Zahl der neuen Auszubildenden im Handwerk um 29 auf 451 zurück. Müller betonte, dass es – trotz des relativ stabilen Ergebnisses – für viele Gewerke immer schwieriger werde, Auszubildende zu gewinnen. Es müssten daher verstärkt Anstrengungen unternommen werden, um die Jugendlichen für das Handwerk zu begeistern.

Ein Blick auf die gemeldeten Ausbildungsplatzangebote nach Kammerzuständigkeit zeigt, dass – abgesehen von den Mitgliedern der Apotheker- und Steuerberaterkammer – lediglich die Betriebe der IHK ihr Ausbildungsplatzangebot gesteigert haben. Hier stiegen die gemeldeten Angebote um 11,3 Prozent auf 1.532 an. Zeitgleich sank die Ausbildungsbereitschaft im Bereich der Zuständigkeit der Ärztekammer beispielsweise um 32,5 Prozent und im Bereich der Zahnärztekammer um 16,2 Prozent. Aber auch im Handwerk wurden 5,5 Prozentweniger Ausbildungsstellen angeboten als im Vorjahr. „Vermutlich hat die Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr gerade beim typischerweise kleinen Handwerksbetrieb zu mehr Verunsicherung geführt, als in anderen Wirtschaftsbereichen. Gleichzeitig führte dies bekanntermaßen zu größerer Zurückhaltung bei der Einrichtung von Ausbildungsplätzen“, erklärt Andreas Gliem, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen. Dies ändere sich aber derzeit wieder.