Gigant in der Agrarproduktion

© Mühlhausen privat
Text von: redaktion

Große Unterschiede zwischen Deutschland und den USA im Bereich Landwirtschaft! Hierzu hielt Agrarjournalist Christian Mühlhausen von der Bildagentur Landpixel gemeinsam mit seiner Frau Ellen Katharina einen Vortrag.

Am 10. März 2015 fanden sich an den Berufsbildenden Schulen Northeim, auf Einladung von Koordinator Michael Döring, 97 aktuelle und ehemalige Schüler und Schülerinnen der Agrarabteilung ein.

Christian und Ellen Katharina Mühlhausen stellten ihre USA-Erlebnisse vor. Neben Reiseroute und der Vorstellung mehrerer landwirtschaftlicher Betriebe fiel besonders eins ins Auge: Landwirte, deren Fruchtfolge nur aus Mais und Soja bestand, sind keine Seltenheit.

Andere Ackerbaubetriebe setzten zusätzlich Erdnüsse, Baumwolle oder Zuckerrüben ein, so Mühlhausen. Die Besonderheit der Rübenernte in South Dakota im Red River Valley bestehe darin, dass die Ernte innerhalb von zwei Wochen, Ende Oktober durchgeführt werde. Dies sei nötig, damit die Rüben vor dem früh einsetzendem Winter, im November, aus dem Boden kämen. Dazu führen die LKW`s direkt neben den Rodern – Bodenverdichtungen seien kein „großes Thema“, da der Boden jeden Winter auf circa 30 Zentimeter tief durchfriere.

Nach Vorstellung dieses Betriebes waren viele erstaunte Gesichter in den Reihen auszumachen. Auf einem tierhaltenden Betrieb wurden 1700 Kühe gemolken, so Mühlhausen weiter. Diese wären in einem für den Sommer klimatisierten Stall untergebracht und erzielten Leistungen von rund 13.000 Kilogramm Milch. Die Milch wurde jedoch nicht in Milchtanks gelagert, sondern direkt auf LKW´s gepumpt. Diese fuhren im Wechsel die Molkerei an, so dass auch relativ schnell eine andere Molkerei beliefert werden konnte, wenn der Preis nicht stimmte.

Eine eigens konzipierte Biogasanlage konnte der Betriebsleiter außerdem vorführen. Hier wurde über eine der Lagunen ein Zeltdach gespannt, damit entstehende Gase gesammelt werden konnten. Über ein Blockkraftheizwerk wird so der gesamte Betrieb mit Wärme versorgt.

Insgesamt sind große Unterschiede zwischen der Landwirtschaft in Deutschland und den USA auszumachen: Bodenverdichtungen – kein Thema! Fahrgassen im Soja – unnötig! Grünlandumbruchverbot – was ist das?

Mühlhausens Beobachtungen sind sicherlich kein Einzelfall. Die Sinnhaftigkeit von nachhaltiger Landwirtschaft braucht Zeit – auch, um sich in Amerika zu etablieren.