©Luka Gorjup
Text von: Stefan Liebig

Trotz großer Herausforderungen – aufzugeben ist für Maira Kreutzfeldt keine Option. Sie ist im zweiten Ausbildungsjahr zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, liebt ihren Job und den täglichen Umgang mit Menschen.

„Wenn ich merke, dass es hilft, was ich für die Patienten mache, ist das die schönste Bestätigung, die es gibt“, sagt Maira Kreutzfeldt. Die Göttingerin begann im Herbst vor zwei Jahren ihre dreijährige Ausbildung zur  Gesundheits- und Krankenpflegerin im Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende. Seither durchläuft sie hier und im dazugehörigen Krankenhaus Neu-Mariahilf die verschiedenen Stationen. Die Auszubildende lernt die Operationssäle, die Anästhesie, Chirurgie, Geriatrie, Gynäkologie und Innere Medizin kennen, trifft immer wieder auf neue Kollegen und Patienten und stellt sich immer wieder auf neue Abläufe und medizinische Problemfelder ein. Viel Abwechslung ist garantiert, denn sie arbeitet in jedem Bereich immer nur ein paar Wochen – dann heißt es schon wieder wechseln. Das Ganze in Verbindung mit dem Schicht- und Wochenenddienst – eine echte Herausforderung!

„Die Umstellung im Alltag war für mich anfangs nicht einfach“, räumt Maira ein. Zwar hilft ihr die Unterstützung von Familie und Freunden, doch hin und wieder falle es schon schwer, Termine abzusagen, einfach weil es der Dienstplan so will. „Ich könnte das nicht“, hört sie dann öfter in ihrem Bekanntenkreis. Doch aufzugeben ist für Maira keine Option – auch wenn das längst nicht ihre einzige Schwierigkeit im Alltag ist. „Ich habe eine Weile gebraucht, zu erkennen, welcher Patient gerade besondere moralische Unterstützung braucht“, so die 20-Jährige. Doch bei knappem Personal immer genügend Zeit für die zu pflegenden Menschen zu finden, das sei nicht leicht. Schon gar nicht als Azubi – wenn plötzlich eigene Fragen auftauchen und die ebenso eingespannten Kollegen nicht immer ausreichend Puffer zur Beantwortung finden. „Vor allem aber muss man lernen, nach Feierabend abzuschalten und nicht mehr an kranke oder auch verstorbene Patienten zu denken“, sagt Maira.

Und dennoch, man merkt der Auszubildenden bei all diesem Stress ganz eindeutig an: Ihre Entscheidung für den Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegerin bereut sie nicht. Sie meistert die vielfältigen Aufgaben mit  Leidenschaft, und der Umgang mit Menschen bereitet ihr wahre Freude: Patienten bei der Körperhygiene und der Nahrungsaufnahme unterstützen, Medikamente verabreichen, Verbände und Schienen anlegen, Operationen vorbereiten, Pflegepläne erstellen, Abrechnungen durchführen, den Materialbestand verwalten, und und und. Bei wirklichen Problemen unterstützen dann eben doch die Kollegen, und es helfen Gespräche und Supervisionen in der Krankenpflegeschule.

Maira hat sich sicher keinen leichten Ausbildungsberuf ausgesucht – „aber einen, der sehr wichtig für die Gesellschaft ist“, sagt sie bestimmt. Der tägliche Kontakt zu den Patienten ist für sie Bestätigung genug, sich richtig entschieden zu haben. „Ich möchte nur noch lernen, mit gutem Gewissen nach Hause zu kommen, ohne zu erschöpft zu sein“, sagt Maira und blickt erwartungsvoll und motiviert in die Zukunft.

Welche Stärken solltest du mitbringen?

• Konzentration und Sorgfalt
• Multitaskingfähigkeit
• Konzentrationsfähigkeit
• Stressresistenz
• Teamfähigkeit
• Kommunikationsfähigkeit beim Patientenkontakt
• Spaß am Lernen
• Flexibilität (Schichtdienst, auf Menschen eingehen)
• Fähigkeit, nach Feierabend abschalten zu können

Ausbildungsgehalt

1. Lehrjahr: 1.040 Euro
2. Lehrjahr: 1.100 Euro
3. Lehrjahr: 1.200 Euro
Einstiegsgehalt: 2.400–2.600 Euro (brutto)