Wieso, weshalb, warum?

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Text von: Marisa Müller

Die Generation Y - anderes als die Generationen zuvor und damit eine Herausforderung für die Wirtschaft. Denn die schaut genau hin, was ihren Nachwuchs betrifft. Was muss man den 20 bis 35-Jährigen heute bieten, was erwarten sie und wieso ist das überhaupt wichtig? Was ist dran an der ,Generationenfrage‘? UNIfaktor hat nachgefragt.

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Vorgefertigte Meinungen führen Häufig zu Missverständnissen und Stress. Dabei könnte alles so einfach sein: Menschliches Einfühlungsvermögen, zuhören und verstehen, dann gibt es auch weniger Konflikte. Natürlich hat es da eine Führungsperson leichter, die selbst zur Genera­tion dazu gehört – so wie Florian Geldmacher, Geschäftsführer von Einbeck Marketing. „Ich bin selbst früh mit ,neuen‘ Technologien in Berührung gekommen – da läuft es als Arbeitgeber gut mit den Jüngeren“, sagt der 29-Jährige.

Kunststück, könnte man nun denken. Schließlich ist es wesentlich leichter sich zu verstehen, wenn die Altersbarriere niedrig ist. Aber genauso ist es eben. „Ich weiß von bekannten Geschäftsführern, die selbst schon ein fortgeschritteneres Alter haben, dass sie manchmal staunen, was ihre Mitarbeiter so alles verlangen“, erzählt Martin Rasmussen, Managing Director der Copernicus GmbH. Der 36-Jährige weiß, dass er seinen jungen Mitarbeiten täglich etwas bieten muss. „Arbeiten ist für sie nicht mehr Broterwerb. Arbeit muss Spaß machen, cool sein, etwas, das mit der eigenen Alltagsplanung komplementär verläuft, Hobbys und Freizeit dürfen von der Arbeit nicht gestört werden. Abstriche zu machen ist nicht mehr angesagt“, erklärt er.

Und tatsächlich unterscheiden sich Umgang und Handling der jungen Arbeitnehmer manchmal von dem der älteren Kollegen. Der Ton ist oft lässiger, die Kleidung weniger formell, die Hierarchien bei vielen im Kopf kaum vorhanden. Sie sind irgendwie anders als ihre Vorgänger, aber muss sich in den Unternehmen deshalb überhaupt etwas grund­legend ändern?

Mörstedts Studie bestätigt: So unterschiedlich sind die Generationen nämlich gar nicht. Eigentlich wollen alle irgendwie das Gleiche. Regelmäßiges Feedback, Spaß an der Arbeit und flexible Arbeitszeiten sind generations­übergreifend ein Thema. Gesundheitsmanagement spielt für alle hingegen eine unterordnete Rolle. Die Unterschiede sind hier nicht gravierend. Lediglich der Wunsch nach mehr Gehalt wird von Generation zu Generation stärker. Und den sicheren Arbeitsplatz wünschen sich auch die Jüngsten. Neu ist lediglich: Die Zs machen sich auf Grund des Fachkräftemangels keine Sorgen um einen Job.

Eines jedoch gilt für jeden Menschen – Egal welcher Generation er angehört oder welche Position er einnimmt. er möchte sich ernstgenommen fühlen. Das weiß auch Maximilian von Düring: „Wir wollen wachsen und uns verbunden fühlen. Wenn Unternehmen eine Kultur der Zugehörigkeit entwickeln und es schaffen, dass Mitarbeiter sich entfalten können, sind sie schon ganz vorne mit dabei.“ Für die anderen sieht Düring eher schwarz. „Zu denen will dann ja keiner mehr freiwillig“, sagt der 39-Jährige.
Schätzungen zufolge haben sich bislang circa 80 Prozent der Unternehmen noch nicht mit der Generationenfrage beschäftigt. Wer ihre künftigen Arbeitnehmer sind, finden sie erst im Bewerbungsgespräch heraus. Ob das gut oder schlecht ausgeht, kann in der Bewerbungssituation nur jeder für sich selbst bewerten.

Und darüber hinaus sollte man natürlich eins nicht vergessen: Die kollektive Persönlichkeit einer Generation bildet selbstverständlich nicht die Bedürfnisse des Individuums ab.
So oder so, die Generationen-Frage bleibt spannend. Und wie intensiv sich Unternehmen auch immer vorbereiten – ob dein persönlicher Geschmack am Ende getroffen wird, ob alles so ist, wie du es dir wünschst, hast schlussendlich du selbst in der Hand!

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