Generation Z – hinter den Kulissen mit Maximilian Freiherr von Düring

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Text von: Marisa Müller

Die neue Generation: für Arbeitgeber eine Herausforderung. faktor hat mit Unternehmen, jungen Menschen und Experten gesprochen, und dabei ganz erstaunliche Entdeckungen gemacht. faktor-Interview: Maximilian Freiherr von Düring über die Generationenfrage. 

Maximilian Freiherr von Düring, 39 Jahre, Generation X, Unternehmenscoach

 

Sie als Coach haben mit Unternehmen zu tun, die wiederum konfrontiert sind mit der Generation Z bzw. Y. Was müssen die Unternehmen leisten, um bei Y und Z gut anzukommen?

 Was alle eint: Die Vertreter der jungen Generation fragen vermehrt nach dem Sinn ihrer Tätigkeit, wollen Nutzen stiften und Aufgaben haben, an denen sie wachsen können. Das ist in uns Menschen als Grundbedürfnis angelegt: wir wollen wachsen und uns verbunden fühlen. Wenn Unternehmen eine Kultur der Zugehörigkeit entwickeln und Rahmenbedingungen schaffen, unter denen die Mitarbeiter über sich hinauswachsen können, sind sie schon ganz vorne mit dabei. Die anderen werden eine hohe Fluktuation haben und ihre Türen irgendwann schließen müssen. Zu denen will dann ja keiner mehr freiwillig.

Was ist die Herausforderung?

In den Köpfen und Herzen der Unternehmenslenker die Haltung zu entwickeln, dass ein flexibles Miteinander auf Augenhöhe kein bloßes PR-Instrument ist. Agile Working ist das Stichwort: Flache Hierarchien und ein hohes Maß an Selbstbestimmung. Die Gehirne der Mitarbeiter dürfen genutzt werden, keine Angst davor!

Wie bereiten sich Unternehmen in der Region auf die Generation Z vor?

Noch wenig, da sind wir in unseren Unternehmen ganz Mensch: Handeln, wenn es nötig ist. Nach Pareto schätze ich, dass sich 80% noch überhaupt nicht mit dem Thema Y oder Z beschäftigt haben, aber den Druck spüren – und auch hier rate ich zum obigen Ansatz: Grundbedürfnissen Rechnung tragen und die Ideen der jungen Leute als Gewinn sehen und sich ernsthaft mit ihnen auseinander setzen. 60% unserer Schulkinder werden später in Jobs arbeiten, die es heute noch gar nicht gibt – was wir da noch alles erwarten dürfen!

Was gilt es hinsichtlich der Generation Z als Arbeitgeber besonders zu beachten?

Siehe erste Antwort, die Unternehmen sollten sich erstmal an die Basics halten und da ihre Hausaufgaben machen, dann sind sie auch in der Position, nicht allen Erwartungen entsprechen zu müssen, die Arbeitswelt ist ja auch kein Wunschkonzert.

Welche Erfahrungen gibt es mit Y?

 Sie haben Anspruchsdenken, wollen nicht die Karriere um jeden Preis und fragen im Einstellungsgespräch nach einem Sabbatical, so die gängigen Rückmeldungen, die ich erhalte. Ich rate meinen Kunden, gelassen zu bleiben, jeder Trend bekommt einen Gegentrend. Schon sind die Z-ler in den Startlöchern und wollen wieder Karriere machen und Führung übernehmen und dabei Anerkennung haben. Hatten wir das nicht alles schon einmal?

Vielen Dank für das Gespräch!