Generation Z – hinter den Kulissen mit Dominik Bahinse de Mello

©Privat / Dominik Bahinse de Mello
Text von: Marisa Müller

Die neue Generation: für Arbeitgeber eine Herausforderung. faktor hat mit Unternehmen, jungen Menschen und Experten gesprochen, und dabei ganz erstaunliche Entdeckungen gemacht. faktor-Interview: Dominik Bahinse de Mello über die Generationenfrage. 

Dominik Bahinse de Mello, 30 Jahre, Generation Y, studiert BWL an der PFH Göttingen und arbeitet als Trainee Sales Representative im Verkauf von Sartorius.

 

Ist es schwer über das Thema Generationen zu sprechen?
Naja, es ist wichtig sich über sich selber bewusst zu werden, um eine Einordnung schaffen zu können. Erst, wenn man sich selbst klar ist über die eigene Positionierung, kann man überhaupt Aussagen zur Generationenthematik treffen.

Bei der Definition von Y, finden Sie sich da wieder?
Ja, ich bin in zum Teil sicherlich ein Y. Selbstverwirklichung, Flexibilität, Eigenverantwortung, Kreuzung von Beruf und Privatleben…

Was könnten Sie über die Generation Z sagen?
Die Jüngeren haben wenig Zeit, um sich mit sich selbst zu beschäftigen. Da ist es auch schwer zu wissen, was man will. Der Sprung von Kindheit ins Erwachsenenleben ist gefühlt unheimlich schnell. Da fehlen die Brücke und die Zeit des Ausprobierens und Orientierens. Schade, denn ich glaube, dass diese Phase eine sehr wichtige ist. Meinungsbildung – je mehr man erlebt und gesehen hat, umso besser ist das für die Persönlichkeitsbildung. Mit 21 fertig studiert zu haben funktioniert. Aber dann direkt in den Job und immer alles schnell und schneller. Niemand kann sagen, wohin das führen wird. Aber ich bin froh, dass meiner Generation etwas mehr Zeit geblieben ist. Und besonders dankbar bin ich für eine Kindheit ohne Medien. Freunde treffen in der Stadt und noch mal eben schnell anrufen? Da blieb nur das Münztelefon. Schöne Erinnerungen an eine entschleunigte Zeit.

Junge oder alte Mitarbeiter, wer hat die Nase vorne?
Langjährige Mitarbeiter leben von Erfahrung, die Jüngeren von Ideen gepaart mit Entwicklungspotenzial!

Was muss ein Job bieten?
Es muss Spaß machen, damit ich motiviert bei der Sache bleibe.

Was müssen Unternehmen leisten, um den Nachwuchs für sich zu gewinnen?
Als Anreize ziehen sicherlich zusätzliche Angebote vom Arbeitgeber, also Materielles. Aber das reicht nicht dauerhaft aus. Bestätigung, Anleitung, Anerkennung, das sind immaterielle Leistungen, die schlussendlich zählen. Das Persönliche und Emotionale muss stimmen. Sonst ziehen vor allem die Jüngeren weiter zur Konkurrenz. Aber so weit muss man es ja nicht kommen lassen.

Austausch und proaktiver Umgang mit Themen ist wichtig. Das zeigt die Qualität eines Unternehmens. Ich hatte nach wenigen Wochen bei Sartorius ein Feedbackgespräch. Das ist super. So sollte es sein. Das Unternehmen weiß, woran es ist und für einen selbst bedeutet es Unterstützung, Bestätigung und führt zu einer Zufriedenheit, die wiederum ein Zugehörigkeitsgefühl schafft.

Vielen Dank für das Gespräch!