Generation Z – hinter den Kulissen mit Daniela Ruhstrat

Daniela Ruhstrat
Text von: Marisa Müller

Die neue Generation: für Arbeitgeber eine Herausforderung. faktor hat mit Unternehmen, jungen Menschen und Experten gesprochen, und dabei ganz erstaunliche Entdeckungen gemacht. faktor-Interview: Daniela Ruhstrat über die Generationenfrage. 

Daniela Ruhstrat, 46 Jahre, Prokuristin der Ruhstrat Haus- + Versorgungstechnik GmbH

Haben Sie schon Erfahrungen mit der Generation Z gemacht? Welche?
Etwa 30 unserer über 40 Auszubildenden gehören dieser Generation an. Außerdem sind unsere Kinder 15 und 17 Jahre alt. Von daher habe ich täglich Erfahrungen mit dieser Generation.

Wie erleben Sie die Generation Z ?
Auffällig ist die selbstverständliche Nutzung der neuen Medien im Alltag als Kommunikations- und Informationsmittel. Das Smartphone ist selbstverständlich immer dabei. Außerdem habe ich auf der einen Seite sehr interessierte und zielstrebige Jugendliche kennen gelernt und auf der anderen Seite diejenigen, die von der Informationsflut und den Auswahlmöglichkeiten eher überfordert sind und sich nicht entscheiden können.

Entsprechen die Mitglieder der Generation Z dem Ruf, der ihnen voraus eilt?
Ich denke, man sollte vorsichtig mit Pauschalisierungen über diese Generation sein. Das familiäre und soziale Umfeld und die Persönlichkeit haben einen entscheiden Einfluss, wie man sich innerhalb einer Gesellschaft entwickelt und verhält.

Sind die Zs anders als Ihre Vorgänger?
Teilweise habe ich bei der Generation Y eine größere Perspektivlosigkeit festgestellt, die jetzt nicht mehr so stark ausgeprägt ist. Aber auch hier möchte ich nicht so gerne generalisieren. Grundsätzlich stehe ich neuen Entwicklungen positiv gegenüber. Da die Generation Z erst zu den Berufsanfängern gehört, muss man sehen, welche konkreten Auswirkungen sich für die Arbeitswelt Zukunft ergeben.

Was erwarten Sie als Arbeitgeber von der jungen Generation? 
Die Erwartungen unsererseits sind nicht grundlegend anders als bei der Generation Y. Die Mitarbeit in einem Unternehmen erfordert immer eine gewisse Anpassungsfähigkeit von den Jugendlichen. „Alte Werte“ wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind immer noch wichtig. Für unsere tägliche Arbeit auf den Baustellen und im Büro ist außerdem eine offene Kommunikation miteinander unerlässlich. Dabei können alle Medien genutzt werden, aber das persönliche Gespräch ist häufig effektiver als ein Haufen Kurznachrichten. Da das Handy immer dabei ist, gibt es auch hier klare Erwartungen, dass ein ständiges chatten mit Freunden während der Arbeitszeit nicht erwünscht ist.

Was tun Sie für die Generation Z und dafür, dass Sie als attraktiver Arbeitgeber von der Zielgruppe wahrgenommen werden?

Wir arbeiten in einer Zukunftsbranche, die individuelle Lösungen für unsere Kunden erfordert. Die Entwicklungen in der Gebäudetechnik greifen Steuerungsmöglichkeiten von Gebäudeeinrichtungen über Smartphones oder Touch-Screens auf. Leider haben aber die Jugendlichen über unsere Ausbildungsberufe keine konkreten Vorstellungen mehr. Hier arbeiten wir im Bundesverband an einer entsprechenden Marketingkampagne, engagieren uns aber auch lokal über die IHK und Handwerkskammer und auf Messen. Dabei muss man auch neue Wege über die neuen Medien nutzen, z.B. eine Skype-Verbindung von der Baustelle ins Klassenzimmer. Zugleich bieten wir als Familienbetrieb einerseits ein gutes Betriebsklima und ein harmonisches Miteinander, aber aufgrund unserer Größe auch gute Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Das TOPAS-Projekt hilft uns dabei, ständig unsere Arbeitgeberattraktivität weiter zu erhöhen.

Ihre Empfehlung: Was sollten Arbeitgeber tun, was sollten sie eher lassen, um Arbeitnehmer zu gewinnen?
Hier gibt es keine pauschalen Empfehlungen. Jeder sollte aber seine individuelle Strategie finden und nicht etwas kopieren, was vielleicht nicht zum Unternehmen passt.

Vielen Dank für das Gespräch!