Generation Z – hinter den Kulissen mit Bernd Fritz-Kolle und Maria Eiselt

©privat
Text von: Marisa Müller

Die neue Generation: für Arbeitgeber eine Herausforderung. faktor hat mit Unternehmen, jungen Menschen und Experten gesprochen, und dabei ganz erstaunliche Entdeckungen gemacht. faktor-Interview: Bernd Fritz-Kolle und Maria Eiselt über die Generationenfrage. 

Bernd Fritz-Kolle, 58 Jahre, Babyboomer, teneo Organisationsberatung
Maria Eiselt, 26 Jahre, Generation Y, Vorstandsassistentin Südniedersachsenstiftung

 

Generationen und die Diskussion darüber – was halten Sie davon?
Fritz-Kolle: Wenn man in Schubladen denkt, ist alles einfach. Aber die Theorie ist lediglich ein Versuch mit Komplexität umzugehen.

Welche Probleme gibt es mit den Zs?
Eiselt: Schwierigkeit ist das Smartphone am Arbeitsplatz. Denn das ist immer im Einsatz und kostet letztendlich Arbeitszeit.

Wie ist die Generation Z und wieso?
Fritz-Kolle: Die Generation macht aus, dass sie in wirtschaftlich sicheren Zeiten aufgewachsen sind, viele sind Scheidungskinder, die Eltern haben längst nicht mehr nur einen Job. Außerdem haben aufkommender Terror, die Weltwirtschaftskrise und Firmenskandale die Generation geprägt. Deshalb sind die Zs auch größtenteils pragmatisch, in der Folge wenig idealistisch und vermehrt egoistisch.

Eiselt: Zs wollen Sicherheit und Anerkennung, sind aber auch bereit sich zu trennen, wenn es ihnen nicht mehr gefällt

Fritz-Kolle: Zs sind anpassungsbereit und auch anpassungsfähig.

Wer sollte sich mit den Thema Generation Z auf jeden Fall beschäftigen?
Eiselt: Alle! Aber besonders Firmen, die häufigen Arbeitnehmerwechsel beobachten, empfiehlt sich eine intensive Beschäftigung mit dem Thema.

Welche Vorteile gibt es?
Eiselt: Die Zs sind sehr offen und kommunikativ. Ihre Technikaffinität kommt den meisten Unternehmen früher oder später zugute.

Was raten Sie Unternehmen, wie erreicht man die junge Generation?
Fritz-Kolle: Kommunikation im Unternehmen muss auch zur jeweiligen Firma passen. Ein junger und lässiger Ton ist super – wenn es passt. Je nach Ausrichtung müssen sich die Jungen anpassen, oder das Unternehmen die Ausrichtung ändern. Da ist die Meinung und Auffassung des Kunden entscheidend!

Generell gilt: Das Beste aus den unterschiedlichen Welten vereinen und leben, sollte das Ziel sein.

Wie gelingt es?
Fritz-Kolle: Arbeitnehmer nach ihrer Meinung fragen – das bietet eine Möglichkeit der Orientierung.

Eiselt: Austausch mit anderen Unternehmen ist die halbe Miete – und dafür ist auch TOPAS da.

Kolle: Man muss die Jungen wollen und sie ernst nehmen. Dann ist persönliche Führung und Sicherheit wichtig. Gute Integration der Mitarbeiter, Einarbeitung, ein fester Ansprechpartner, Feedback, Mitarbeitergespräche, Sicherheit durch Rückmeldung, eine einheitliche Form der Mitarbeiterführung – das ist das Geheimnis zum Erfolg. Firmen sollten authentisch bleiben. Alle wünschen sich Klarheit, Sicherheit und Orientierung – da müssen die Führungskräfte ran.

Vielen Dank für das Gespräch!