Generalrevision

Text von: redaktion

Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) unterzieht derzeit ihren gesamten historischen Buchbestand einer Generalrevision. Innerhalb von zwölf Monaten werden rund 510.000 Bände geprüft, um die Vollzähligkeit zu ermitteln, etwaige Bücherverluste festzustellen und die Sicherheit der historischen Bestände zu verbessern.

Am Montag, 30. August 2010, beginnt die Hauptphase der Revision. Wegen der umfangreichen Arbeiten schränkt die SUB ab Samstag, 28. August 2010, ihre Serviceangebote und Öffnungszeiten vorübergehend moderat ein.

„Die Generalrevision unserer historischen Bestände ist notwendig, weil diese in ihrer Vollzähligkeit insbesondere für das 18. und beginnende 19. Jahrhundert in Deutschland einzigartig sind“, betont SUB-Direktor Norbert Lossau.

„Bedauerlicherweise sind aufgrund des Umfangs der Aufgabe vorübergehende Serviceeinschränkungen unvermeidlich. So kann sich beispielsweise die Bereitstellung von bestellten Büchern etwas verzögern. Wir werden diese aber so gering wie möglich halten: Mithilfe eines Zeitmodells werden die daran beteiligten Mitarbeiter auch während der Revision im Interesse unserer Nutzer täglich ihre regulären Arbeiten fortsetzen.“

Da Mitarbeiter aus nahezu sämtlichen Abteilungen an der Generalrevision beteiligt sind, zählen zu den Einschränkungen außerdem reduzierte Öffnungszeiten an allen Standorten der SUB während der vorlesungsfreien Zeit.

Über den Beginn der Generalrevision hatten Universitäts- und Bibliotheksleitung seit Anfang Mai dieses Jahres informiert. Seitdem wurden bereits die Sondermagazine der Bibliothek geprüft, in denen die besonders kostbaren Drucke und Handschriften mit einem Umfang von 50.000 Bänden verwahrt werden. In diesem Bereich wurden keine Bücherverluste festgestellt.

Das Präsidium der Universität Göttingen unterstützt die Bestandsaufnahme auch finanziell. Anlass der Revision sind Bücherdiebstähle eines Mitarbeiters der SUB in den Jahren 2006 bis 2009.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1734 hat die Göttinger Universitätsbibliothek systematisch und umfassend einen Bestand an Forschungsliteratur aufgebaut, der bereits im 18. Jahrhundert als vorbildlich galt. Für ihre historischen Bestände genießt sie weltweite Anerkennung.