Gemeinsam gegen den „Horror Krebs“

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: redaktion

Jeder einzelne der jährlich in Deutschland diagnostizierten etwa 75.000 Brustkrebsfälle bedeutet einen harten Schicksalsschlag für die erkrankte Frau und ihre Familie. Früherkennung stellt einen wichtigen faktor im Kampf gegen diese häufige Krankheit dar.

Seit 2003 kämpfen Uwe Fischer und Friedemann Baum gemeinsam gegen den ,Horror Krebs‘.

Mit inzwischen 18 Mitarbeitern – darunter sechs Ärzte – betreuen sie im Diagnostischen Brustzentrum Göttingen jährlich über 7.000 Patienten. „Eine effektive Brustkrebsdiagnostik basiert auf dem Einsatz moderner Geräte, einer exzellenten Methodik, einer langjährigen und sehr hohen Expertise der Untersucher und einer fürsorglichen Betreuung der Frauen“, fasst Fischer die Philosophie seiner Praxis zusammen. Seit Ende Mai setzen die Mediziner auf den Einsatz der Tomosynthese, die eine Weiterentwicklung der Mammografie darstellt. Bei dieser geht es darum, kleinste Tumoren im Drüsengewebe der Brust zu entdecken und so Brustkrebs im frühestmöglichen Stadium aufzuspüren. Gerade bei Frauen mit sehr dichtem Drüsengewebe erlauben Röntgenstrahlen oft keinen freien Blick auf die verdächtigen Befunde.

An diesem Punkt setzt die Tomosynthese an, indem sie statt dem bei der Mammografie üblichen Einzelbild mittels einer beweglichen Röntgenröhre überlagerungsfreie und dadurch genauere Abbildungen erzeugt. So erhalten die Ärzte bei in etwa gleichbleibender Gesamtstrahlendosis vielschichtigere und aussagekräftigere Bilder der untersuchten Brust. „Wir möchten damit die Trefferquote der Mammografie weiter erhöhen“, beschreibt Baum den Grund für die Investition in Höhe von 80.000 Euro für das neue Gerät. Bislang gelang es mit der Röntgenmammografie nur etwa bei 40 Prozent der Frauen mit dichtem Brustdrüsengewebe Tumore im Frühstadium zu erkennen. „Mit dem neuen Gerät kann die Trefferquote auf über 60 Prozent steigen. Die etwa 95-prozentige Trefferquote der röntgenfreien Mamma-MRT wird sie allerdings nicht erreichen. Mamma-MRT bleibt das beste Verfahren zur Früherkennung von Brustkrebs“, erläutert Fischer. Das Diagnostische Brustzentrum Göttingen gehört zu den ersten Praxen in Deutschland, die die Tomosynthese einsetzen. Vom Hersteller werden die Göttinger Experten daher als Referenzzentrum geführt. Dies berechtigt auch zur Ausbildung anderer Ärzte an den hochmodernen und jeweils neuesten Geräten.

Auf diesen Erfolgen ruhen sich Fischer und Baum allerdings keinesfalls aus. Bereits im Herbst 2014 erhalten sie ein weiteres bahnbrechendes Gerät zur Erstellung von Volumen-CTs. Eine Technik, die eine 3DAbbildung der Brust ermöglicht.

Gleichzeitig hoffen die beiden Fachärzte auf eine weitere Steigerung des Bewusstseins, wie wichtig Vorsorge ist. Sie empfehlen allen Frauen mit normalem Risikoprofil ab dem 40. Lebensjahr eine aussagekräftige Früherkennung in Untersuchungsintervallen von ein bis zwei Jahren. Frauen mit Hochrisikoprofil werden leitliniengemäß ab dem 25. Lebensjahr jährlich mit Mamma- MRT untersucht. Bildgebende Diagnostik ist ein wichtiger Baustein, um dem Brustkrebs einen Schritt voraus zu sein. Denn je früher Krebs erkannt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, ihn zu heilen.