Gemeinsam engagieren

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: Tobias Kintzel

Auch nach dem Ende der ersten Förderung durch die NBank geht die Arbeit des IT-Clusters weiter – denn die Verantwortlichen haben noch viel vor.

Am 30. April ist die Förderung des IT InnovationsClusters Göttingen / Südniedersachsen durch die NBank ausgelaufen. Dennoch wird die erfolgreiche Arbeit des ITClusters weitergehen: Die Finanzierung des Netzwerkmanagements, einer Neuauflage des IT-Gipfels sowie weitere geplante Vorhaben sind gesichert. Ein entsprechendes Konzept wurde im Mai mit den bisherigen Clustermitgliedern und weiteren interessierten Unternehmen auf einem außerordentlichen Netzwerktreffen im Sartorius College diskutiert. Das Ergebnis ist ein Arbeitsprogramm für die nächsten Monate. Für die finanzielle Stabilität des Netzwerks sorgen die weitere Unterstützung fast aller bisherigen Mitglieder sowie die Weiterfinanzierung durch die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen mbH (GWG).

Damit löst die GWG ein vor einem Jahr gegebenes Versprechen ein. „Für mich sind der IT-Cluster und die Arbeit für die IT-Branche in der Region wichtige Schwerpunkte in der Zukunft. Die GWG wird sich kontinuierlich einbringen – und ich werde das auch“, versprach Geschäftsführerin Ursula Haufe damals im Interview mit faktor in der Sommerausgabe. „Außerdem sprechen wir intensiv mit den Unternehmen, die in den letzten zwölf Monaten Gäste unserer Veranstaltungen waren. Wir rechnen damit, bis Ende des Jahres auf über 30 Mitglieder zu wachsen“, ergänzt Netzwerkmanager Andreas Redeker heute. „Wir werden weiterhin systematisch daran arbeiten, die Region als IT-Standort attraktiver zu machen“, sagt Ursula Haufe und gibt einen Ausblick auf weitere Aktivitäten. Über den Cluster wolle man dafür sorgen, dass alle Akteure der Region – also die Hochschulen, die IT-Dienstleister sowie Anwenderunternehmen – dabei kooperieren. Aus ihrer Sicht seien dazu eine noch stärkere Hinwendung zu Innovationen und das konsequentere Einwerben von Fördermitteln des Landes notwendig. „An dieser Stelle können wir uns gemeinsam steigern und das Gelernte aus der ersten Förderphase umsetzen.“

Das dafür nötige Engagement der Cluster-Mitglieder scheint sicher. „Ich bin überzeugt, dass wir einen tollen Standort mit einer strategisch günstigen Lage und einer sehr hohen Lebensqualität haben. Wir müssen allerdings daran arbeiten, das auch nach außen zu tragen, um für Fachkräfte sichtbarer zu werden. Auf der Deutschlandkarte sind wir etwas zu blass“, sagt Martina Städtler-Schumann, Geschäftsführerin der Prof. Schumann GmbH. Redeker verfolgt dazu auch die bisherigen guten Ansätze weiter. So soll die Vernetzung der Hochschulen mit der Wirtschaft vorangetrieben werden. „Wir dürfen bei wichtigen Themen wie der Digitalisierung der Wirtschaft, Industrie 4.0 und IT-Sicherheit nicht den Anschluss verlieren und müssen uns als Region mit werthaltigen Beiträgen beteiligen“, so Redeker.

Aus Sicht von Städtler- Schumann funktioniert das bereits: „Ich habe über den Cluster Kontakte erhalten und in der Region Spezialkompetenzen entdeckt, derer ich mir vorher nicht bewusst war. Das kann helfen, sich einen technologischen Vorsprung zu sichern.“ Zusätzlich soll der Cluster auch externes Know-how hinzuholen und mit anderen Netzwerken kooperieren. Eine gemeinsame Veranstaltung mit Measurement Valley rund um die Themen Industrie 4.0 und Digitalisierung der Wirtschaft ist bereits in Planung.