Gefährlichen Bakterien auf der Spur

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Forschung ist nötig, um zielgerichtete Strategien gegen den Ausbruch und die Ausbreitung von Infektionskrankheiten zu entwickeln. An einem Vorhaben, das sich mit Maßnahmen zur Verhinderung von Krankenhausinfektionen befasst, beteiligt sich jetzt das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende (EKW) gemeinsam mit der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

Im Rahmen des vom Innovationsfonds geförderten Projekts ReToCdiff (Reduktion von Infektionen mit toxinbildenden Clostridium difficile) soll in geriatrischen Kliniken die Verbreitung von Bakterien eingedämmt werden, die Toxine produzieren. Clostridium difficile ist ein Darmbakterium und einer der gefährlichsten Krankenhauskeime – insbesondere für ältere Patienten.

Ziel des jetzt gestarteten Projekts ist es, die Erkrankung an und die Ausbreitung von giftstoffbildenden Clostridium difficile-Bakterien (TCD) in geriatrischen Kliniken zu verringern. Infektionen mit TCD können lebensbedrohlich sein, besonders bei alten Patienten mit mehreren Erkrankungen. „Insbesondere in der Geriatrie sind TCD-Infektionen schwer zu kontrollieren und verursachen erhebliche Probleme. So müssen Patienten, die sich angesteckt haben, separat untergebracht werden, und der Kontakt mit Angehörigen, Besuchern und Krankenhauspersonal ist nur unter Beachtung besonderer Schutzmaßnahmen möglich. Zudem darf der Patient das Zimmer nicht verlassen“, sagt Roland Nau, Chefarzt des Geriatrischen Zentrums im Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende. Nau leitet das ReToCdiff-Projekt und ist gleichzeitig Leiter der Arbeitsgruppe Experimentelle Neuroinfektiologie am Institut für Neuropathologie der Universitätsmedizin in Göttingen.

Im Rahmen des Projekts werden in der Geriatrie tätige Reinigungskräfte von der Krankenhaushygiene des EKW unter Leitung von Volker Meier geschult, um unter Verwendung eines sporenabtötenden Reinigungsmittels die Patientenzimmer von Clostridien zu befreien. Zudem wird die Bettwäsche der Betroffenen täglich gewechselt und den Erkrankten eine kostenlose professionelle Reinigung der Kleidung nach überstandener TCD-Infektion angeboten. Darüber hinaus sollen die Auswirkungen von Probiotika, die den Patienten als Nahrungsergänzung angeboten werden, untersucht werden. Diese Maßnahmen werden mit der üblichen Behandlung nach den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) am Robert-Koch-Institut verglichen, indem die Häufigkeit der TCD-Infektionen und der Neubesiedlung mit TCD vor und nach Umsetzung der Maßnahmen ausgewertet wird.

Diejenigen Maßnahmen, die im Projektverlauf als wirksam eingeschätzt werden, werden in der zweiten Projektphase neben dem Geriatrischen Zentrum des EKW auch in der Geriatrie des Evangelischen Krankenhauses Gesundbrunnen in Hofgeismar sowie in der DRK Klinik Kaufungen angewendet.

Im Erfolgsfall sinkt die Zahl von Infektionen mit toxinbildenden Clostridium difficile-Bakterien, und die Ausbreitung von TCD in geriatrischen Kliniken kann eingedämmt werden. Das Projekt wird für drei Jahre mit rund 853.000 Euro gefördert.