©Stephan Beuermann
Text von: redaktion

Kochen ist mein Leben – sagt Sternekoch Daniel Raub von der Genießer Stube im Landhaus Biewald. Doch was macht ein Koch, wenn keine Gäste mehr zu ihm kommen dürfen? Er wird kreativ.

Sich erst einmal sortieren und durchatmen – so oder so ähnlich sahen wahrscheinlich bei den meisten Menschen die ersten Tage nach dem Lockdown aus. Doch dann geschah etwas Wunderbares: Vor allem Selbstständige wurden kreativ und suchten nach neuen Chancen für ihr Geschäft. „Ich habe immer gesagt, ich habe keine Lust, Fernsehkoch zu werden“, sagt Daniel Raub, Sternekoch der Genießer Stube in Friedland. Viel lieber verzieht er sich mit „seinen Jungs“, wie er seine Köche mit einem Augenzwinkern nennt, in seine Küche und kocht für seine Gäste. Dabei kann er durchaus sehr unterhaltsam sein und seinem Publikum kurzweilig kleine Tricks und Feinheiten verraten, damit das Kochen am heimischen Herd ein gewisses Etwas bekommt – wie er in den letzten Monaten unter Beweis stellte.

Drei Wochen, nachdem die gesamte Gastronomie im Land lahmgelegt wurde, stand Raub wieder hinter seinem Herd – und vor einer Kamera. Denn Gäste in seinem Restaurant durfte er auf unbestimmte Zeit nicht empfangen. So entstand die Idee, es doch einmal als Fernsehkoch beziehungsweise Facebook-Koch zu versuchen. „Man muss halt was machen“, sagt der 38-Jährige lakonisch. Und es dauerte zu seiner Überraschung auch nicht lange, bis er dank der Unterstützung von Stephan Beuermann von TrapezFilm an den Live-Events ‚Für euch gekocht – Made by Daniel Raub‘ wirklich Spaß hatte. „Die Resonanz war durchweg positiv. Wir haben mit unseren Zuschauern etwas gemeinsam gemacht – das war mir vor allem wichtig“, so Raub.

Wann kann man einem Sternekoch sonst schon in die Töpfe schauen? Und noch dazu mit ihm gemeinsam virtuell kochen? Denn die Zutaten für Kalbstafelspitz oder Garnelen-Burger bestellten die Freunde abwechslungsreicher Küche direkt im neu eingerichteten Webshop. Wie viel Arbeit allerdings hinter den knapp 30-minütigen Videos steckt, ahnte vermutlich niemand. Innerhalb kürzester Zeit schrieben Raub und sein Team Rezepte, suchten nach Zutaten, die auch in der Krise erhältlich waren, und planten die Logistik, damit die Lebensmittel rechtzeitig zu den Menschen nach Hause kamen. Tourenpläne mussten erstellt, Verpackungsmaterial gefunden und Allergenkennzeichnungen geschrieben werden. Und selbst für die Videos wurden teilweise ‚Drehbücher‘ geschrieben, so wie beispielweise für die Reise einer Möhre vom Feld bis auf das Schneidebrett in Raubs Küche.

Mit solch kleinen Anekdoten möchte der Gastronom seinem Publikum nicht nur gute Küche näher bringen, sondern es auch ein wenig zum Schmunzeln animieren. Ein Beweis dafür, dass er selbst in der schwierigen Zeit seinen Humor behalten hat.

Mutmachertipp von Daniel Raub
» Es ist bereichernd, etwas Neues auszuprobieren und ein neues Feld zu bestreiten. Ich habe mich auf Facebook als Mensch gezeigt und dadurch eine neue Verbindung zu meinen Gästen aufgebaut. Außerdem führt das Tun von etwas Sinnvollem dazu, anders über die Situation nachzudenken und positiver zu sein. «