Führerschein hoch drei

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: Sebastian König, redaktion

Farah N. Krocker, Geschäftsführerin der GIM Export GmbH, auf intuitiver Testfahrt in der neuen A-Klasse

„Schon als Baby hat mich auf dem ersten Weg aus dem Krankenhaus ein Auto mit einem großen Stern begleitet.“ Farah N. Krocker, Geschäftsführerin der GIM Export GmbH, wurde die Begeisterung für Autos wirklich in die Wiege gelegt.

,Schuld‘ ist Vater Michael P. Krocker, ebenfalls Geschäftsführer und Gründer von GIM Export.

Er hat ein Faible für Vierräder, besonders für die mit Stern. Prachtstück seiner Autosammlung ist ein Mercedes 300 SL Roadster in schwarz, Baujahr 1959. Dazu kommen schnittige Sportwagen von Porsche bis Ferrari.

Dass Tochter Farah die Leidenschaft für schöne Autos geerbt hat, kam fast zwangsläufig. „Spazierengehen war bei uns meistens Spazierenfahren“, erzählt sie lachend. Auf die Probefahrt mit der neuen Mercedes A-Klasse hat sich Farah N. Krocker schon gefreut.

Dementsprechend schnell geht es zur Sache: Einsteigen, Sitz einstellen und Schlüssel einstecken.

Doch dann stockt sie und beginnt zu suchen, bis sie mit einem verschmitzten Lachen feststellt: „Aha, auf den Startknopf wurde hier wohl noch verzichtet.“

Also startet sie den 211 PS starken Vier-Zylinder auf die traditionelle Art und dreht den Schlüssel. Los geht’s auf die Straße.

Wirklich weit kommt sie vom Firmengelände in der Karl-Arnold-Straße 8 aber nicht. Auf einer nahen Waldlichtung geht es zum Fotoshooting. Trotz frischen Temperaturen lässt sich die Testfahrerin geduldig und stets mit einem sympathischen Lächeln in Szene setzen.

Nachdem das Foto im Kasten ist, soll das Navigationssystem den Weg aus dem Wald weisen. Die Bedienung gelingt spielend. Ohne groß nachzudenken greift Krocker zielsicher zum Drehknopf in der Mittelkonsole und stellt blitzschnell den Zielort ein.

„Wunderbar, das geht intuitiv“, stellt sie erfreut fest. Das Intuitive ist ihr auch im Unternehmen wichtig, zum Beispiel müssen wichtige Informationen klar und strukturiert abgelegt werden. „So kann jedes Teammitglied ohne großes Suchen und Nachdenken auf sie zugreifen.“

Mit ihren Ideen bringt die Diplom-Kauffrau, die an Universitäten in Deutschland, London und Mailand studiert hat, frischen Wind in das internationale Geschäft der GIM Export GmbH.

Im Januar 2011 ist sie aus Zürich, wo sie vier Jahre arbeitete, nach Göttingen zurückgekehrt, um in das Unternehmen einzusteigen, das ihr Vater vor 33 Jahren gründete.

GIM exportiert Anlagen zur Holzwerkstoffherstellung für die Möbelindustrie sowie für Hersteller von Laminatfußböden. Zielland Nummer eins ist die Türkei. „Dort ist jedes Werk für Span- und MDF-Platten von GIM Export beliefert worden“, erzählt die fünfsprachige Geschäftsführerin.

Irgendwann soll sie das Zepter von ihrem Vater ganz übernehmen. Aber das habe noch Zeit, wie sie sagt: „Ich kann noch viel von ihm lernen.“ Dass Vater Michael ein guter Lehrmeister ist, zeigt sich auch beim Autofahren. „Er hat mir gezeigt, wie ich ohne Angst vor Geschwindigkeit konzentriert und sicher fahren kann.“

An Nachweisen für ihr Können mangelt es indes nicht.

Gleich drei Führerscheine kann die Testerin vorweisen. Den ersten hat sie mit 16 Jahren während eines Auslandsaufenthaltes in den USA erhalten. Mit 18 Jahren folgte die Prüfung für den deutschen Führerschein. Fahrerlaubnis Nummer drei kam bei ihrem ersten Job in der Schweiz dazu.

Warum sie noch immer alle drei Scheine besitzt, beantwortet sie schmunzelnd: „Falls einer mal abhanden kommt, habe ich noch zwei in Reserve.“

Vorzeigen muss sie am Testtag keinen der drei. Denn zu schnell ist sie dank doppelter Geschwindigkeitsanzeige in Navi und Armaturenbrett nicht unterwegs. Und auch sonst unterstützt der Mercedes an allen Ecken und Enden. „Er fährt fast von alleine, und ich habe mich schnell eingewöhnt“, sagt Krocker.

Vor allem die Lenkung und das weiche Gaspedal sorgen für ein angenehmes Handling.

Außerdem fällt ihr der helle Innenraum positiv auf. Das optionale Panorama- Schiebedach lässt selbst an diesem trüben Tag viel Licht herein. Das Gerücht von zu kleinen Fenstern im Rückraum kann sie nicht bestätigen. Im Gegenteil: Die Rundumsicht sei ausgezeichnet.

Mit der Optik im Innenraum ist sie ebenfalls zufrieden: „Die stylischen Armaturen in Zielflaggenoptik sowie die weiß abgesetzten Nähte an den Sitzen und Verkleidungen wirken sehr ästhetisch.“ Vom Vorgängermodell der A-Klasse ist nichts mehr übrig geblieben.

Gleiches gilt für die Außenansicht. Der kleinste Mercedes ist zu einem schnittigen Coupé geworden, dessen Frontpartie vom typischen Mercedes-Kühlergrill dominiert wird.

Krocker macht es kurz: „Breiter, flacher – einfach schick.“ Trotz der kompakten Form bietet die neue A-Klasse fünf Sitzplätze und viel Bewegungsfreiheit. Zum Schluss inspiziert die Testerin noch den Kofferraum. „Eine Skitasche muss schon reingehen“, sagt sie.

Da sich die Rückbank umklappen lässt, ist das kein Problem, und dementsprechend fällt das Fazit positiv aus: „Ich kann die A-Klasse nur jedem empfehlen – die Fahrt hat sich allemal gelohnt.“