Frühstück für alle

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: Noreen Hirschfeld

Drei junge Architekten gründen Deutschlands größtes Festivalcateringunternehmen. Ihr Unternehmen “Gioldkron“ wurde mit dem Preis “Gute Gründe(r)“ der GWG ausgezeichnet.

Die Möglichkeit, ein ausgiebiges Frühstück zu sich zu nehmen, fehlte auf Musikfestivals. Diese Marktlücke füllt seit Ende 2008 das Göttinger Unternehmen „Goldkorn“, das mit einem großen Frühstücksstand aufwartet.

Mit dieser Innovation gelang es den drei studierten Architekten und heutigen Geschäftsführern Lars Watermann, Klaus Hausmann und Lars-Oliver Bohnsack, „Goldkorn“ in Windeseile auf dem Cateringmarkt für Großveranstaltungen zu etablieren.

Goldkorn bedient jährlich 21 Festivals

Fast alle in Deutschland, drei in Österreich und eines in der Schweiz. „Keiner bietet etwas Vergleichbares in dieser Größe auf Festivals“, erklärt Hausmann den Erfolg.

Einen großen Stand mit professionellen Edelstahlmöbeln und Kühlvitrinen, an dem ein vielfältiges Frühstücksangebot sowie Snacks erhältlich sind, und mobile Kaffeeverkäufer gab es vorher nicht. 300 bis 400 Mitarbeiter werden für die viermonatige Festivalsaison eingestellt. Bei großen Veranstaltungen, wie Rock am Ring, sind bis zu 90 Leute im Einsatz.

„Ein Blick auf die lange Referenzliste zeigt: Hier treffen Unternehmergeist, Kompetenz und Innovation aufeinander“, erläutert Klaus Hoffmann, Geschäftsführer der GWG, die Entscheidung, „Goldkorn“ mit der Urkunde „Gute Gründe(r)“ zu würdigen.

Diese zeichne tragfähige Geschäftsideen aus sowie den Mut, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Diesen hätten die Goldkorn-Geschäftsführer erfolgreich bewiesen.

„Vorher hatten sie feste Anstellungen als Architekten. Heute unterhalten die drei Mittdreißiger einen knapp 400 Personen umfassenden, leistungsfähigen und geschulten Personalpool mit 24 Stunden Bereitschaft!“, so Hoffmann.

Begonnen hatte alles mit einem Verkaufswagen, mit dem Watermann nebenberuflich vor einem Supermarkt Backwaren anbot. 2008 fragte er bei Deutschlands größtem Musikfestival Rock am Ring an, ob er dort verkaufen könne. Dafür müsse er ein komplettes Frühstück anbieten, lautete die Antwort.

Zusammen mit seinem einstigen Studienkollegen Hausmann organisierte er einen Stand mit großer Frühstücksauswahl. „Obwohl es einige Anfangsschwierigkeiten gab, hinterließen wir nach außen einen soliden Eindruck“, so Hausmann.

Große Chance

Prompt folgte die Anfrage des Veranstalters, ob sie nicht seine zehn Festivals im nächsten Jahr übernehmen wollten. Das war ihre große Chance. Im Winter 2008 diskutierten die Architekten zusammen mit ihrem Studienfreund Bohnsack, ob und wie dies zu bewerkstelligen sei.

Während Bohnsack vorerst – bis zum Frühjahr 2011 – nur nebenberuflich einstieg, beschlossen Watermann und Hausmann, ihre Jobs aufzugeben und sich ganz auf das neue Terrain zu begeben. „Die Zeit war passend, wir waren gerade auf dem Sprung“, erklärt Hausmann die risikofreudige Entscheidung.

„Goldkorn“ war geboren. Die ersten Festivals organisierte das junge Cateringunternehmen in Hausmanns kleinem Büro, das Equipment wurde geliehen, Privatinvestoren halfen bei der Finanzierung.

„Seitdem ging es bergauf“, so Hausmann. Die Anfragen häuften sich, eigene Gerätschaften und ein größeres Büro inklusive Lagermöglichkeiten wurden notwendig.

Heute hat „Goldkorn“ eine Bürofläche von 200 Quadratmeter, vier Angestellte, und das gesamte Equipment ist Firmeneigentum. Die Augen richten die drei Unternehmer aber weiter nach vorn. Ein Festival in Großbritannien ist bereits in Planung.

Gute Gründe(r)

Vier Mal im Jahr verleiht die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG) die Urkunde „Gute Gründe(r)“ an junge Unternehmen und würdigt damit innovative Ideen und den Mut, den Weg in die Selbständigkeit zu wagen.

Im August wurde diesmal das Göttinger Unternehmen „Goldkorn“ ausgezeichnet, das als Catering-Spezialist für Großveranstaltungen tätig ist. 2008 gründeten drei junge Architekten die Firma und legten seitdem eine imposante Entwicklung hin.