Frischer Wind

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Text von: redaktion

Für mehr als vier Millionen Euro ist ein in seinem Geschwindigkeitsbereich in Deutschland einmaliger Windkanal im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen modernisiert worden.

Der Transsonische Windkanal Göttingen (TWG) wird für die Erforschung künftiger Raumfahrzeuge, Flugzeuge und Hubschrauber eingesetzt. Betrieben wird er von der Stiftung Deutsch-Niederländische Windkanäle (DNW), einer 1976 gegründeten gemeinsamen Tochter des DLR und des Niederländischen Luft- und Raumfahrtlabors (NLR).

Im TWG kann simuliert werden, wie sich Flugzeuge nahe der Schallgeschwindigkeit verhalten. „Für diesen Geschwindigkeitsbereich ist der Göttinger Windkanal die wichtigste Anlage Deutschlands“, sagt Professor Georg Eitelberg, Direktor der DNW.

Im TWG wurde die Aerodynamik bedeutender Projekte wie dem Eurofighter oder dem Militärtransporter Airbus A400M während der Entwicklungsphase untersucht. Der 50 Meter lange und zwölf Meter hohe Windkanal hat einen Wert von 45 Millionen Euro. Nach der jetzigen Modernisierung sind die Leistungen deutlich ausgebaut worden. Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit wurden erhöht und neue Messmöglichkeiten geschaffen.

Der TWG ist die wichtigste Anlage, die die DNW auf dem Gelände des DLR-Standortes in Göttingen betreibt. Hauptaufgabe der DNW sind Windkanal-Untersuchungen für die Grundlagenforschung oder im Auftrag der Luft- und Raumfahrtindustrie.

Beispiele für Auftragsmessungen im TWG sind wiederverwendbare Raumfahrzeuge ähnlich wie ein Space Shuttle, elastische Tragflügel für Transportflugzeuge oder leise Hubschrauberrotoren.

Für die Grundlagenforschung werden neuartige Steuerungssysteme, der Strömungslärm in Passagierflugzeugen oder der Einfluss von Böen und Turbulenzen auf Flugzeuge untersucht. Pro Jahr werden im TWG Messungen im Wert von mehr als 2,5 Millionen Euro durchgeführt.