Forschungspreis für mehr Mumm in den Knochen

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Text von: redaktion

Ein Ärzteteam der Universitätsmedizin Göttingen erhält einen Forschungspreis der “aktion benni & co e.V.“ in Höhe von 50.000 Euro. Im Rahmen einer Grundlagenforschung soll geklärt werden, ob eine Behandlung mit Immunglobulinen die Folgen bei der Muskeldystrophie Duchenne lindern kann.

Keine Chance auf Mumm in den Muskeln – dieses Schicksal trifft jedes Jahr eines von rund 3.500 männlichen Neugeborenen. Sie werden mit „Muskeldystrophie Duchenne“, einem Erbfehler, geboren.

Sie ist die häufigste Muskelerkrankung und führt zu kontinuierlichem Muskelabbau. Sehr früh verlieren die Kinder deshalb die Fähigkeit zu gehen. Zusätzlich schädigt eine Entzündungsreaktion die geschwächten Muskeln.

Ob menschliche Eiweißstoffe wie Immunglobuline die Muskeln vor dieser zusätzlichen Gefahr durch Entzündung schützen und so die Auswirkungen der Erkrankung lindern können, das will das Forschungsteam an der Universitätsmedizin Göttingen klären.

Das Team sind die Neurologen Jens Schmidt und Privatdozent David Liebetanz und der Kinderarzt Lars Klinge.

„Immunglobuline sind eine moderne und noch wenig erforschte Möglichkeit, um Entzündung im Gewebe zu mildern“, sagt Projektleiter Schmidt, Oberarzt in der Abteilung Neurologie.

„Wir untersuchen gezielt eine Behandlungsform gegen die Entzündungsreaktion, die bei der Krankheit zusätzlich abläuft. Solange der ursächliche Gendefekt für die Duchenne’sche Muskeldystrophie nicht behandelbar ist, könnte so zumindest ein verschlimmernder Nebeneffekt gemindert werden.“

Bislang werden Immunglobuline zur Behandlung bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen sowie bei Immunmangelsyndromen eingesetzt. Sie gelten als sicher, nebenwirkungsarm und sind langjährig erprobt.

Der Forschungspreis wurde in der Staatskanzlei Mainz vom Schirmherren, dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck, überreicht.

„aktion benni & co e.V“ ist ein Verein zur Förderung der Muskeldystrophie Duchenne-Forschung. Mit Spendengeldern wird die medizinische Forschung unterstützt, damit eine Therapie für die bisher unheilbare Krankheit gefunden wird. Auch Sponsoren, Patenschaften und Botschafter unterstützen den Verein.