Forschungsnetzwerk Bioethik in Göttingen gegründet

Text von: redaktion

Das niedersächsische Forschungsnetzwerk Bioethik soll den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit stärken sowie Leitlinien in bioethischen Fragen entwickeln.

Bioethische Fragen wie Sterbehilfe, Stammzellforschung oder Präimplantationsdiagnostik (PID) nehmen einen immer größeren Stellenwert in der öffentlichen Debatte ein.

Dabei wird der medizinische Fortschritt nicht von allen als positiv angesehen.

Erst dieser Tage hat der Bundestag den Beschluss gefasst, die umstrittene Präimplantationsdiagnostik in bestimmten Ausnahmefällen zu erlauben. Dem soll eine umfassende Beratung vorausgehen. Außerdem muss dem Vorhaben eine Ethikkommission zustimmen.

Um sich über solche medizin- und bioethischen Fragen besser auszutauschen, wurde Ende Juni 2011 das Niedersächsische Forschungsnetzwerk Bioethik gegründet. Initiator des Netzwerks ist die Göttinger Akademie für Ethik in der Medizin an der Universitätsmedizin Göttingen.

An der Auftaktveranstaltung in Göttingen nahmen neben Wissenschaftlern aus Hannover, Oldenburg, Osnabrück und Göttingen auch Staatssekretär Josef Lange vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie der Ehrenpräsident der Ärztekammer Niedersachsen, Heyo Eckel, teil.

„Das Niedersächsische Forschungsnetzwerk Bioethik verfolgt das Ziel, durch intensive Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen und Personen die verschiedenen bereits vorhandenen Kompetenzen wechselseitig füreinander nutzbar zu machen“, erklärt Claudia Wiesemann, Direktorin der Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin des Universitätsklinikums Göttingen und Präsidentin der Akademie für Ethik in der Medizin. „Es soll dazu beitragen, eine hohe Qualität der bioethischen Forschung in Niedersachsen, aber auch deren adäquate Darstellung in der Öffentlichkeit zu sichern.“