Forschung zwischen Tatort und Spiderman

Text von: redaktion

Zur Eröffnungskonferenz der interdisziplinären Forschergruppe “Ästhetik und Praxis populärer Serialität“ vom 6. bis 8. April 2011 an der Universität Göttingen stellen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Forschungsprojekte erstmals der Öffentlichkeit vor.

Neben der Universität Göttingen sind die Universitäten Hannover, Tübingen und Karlsruhe beteiligt. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für zunächst drei Jahre mit 1,85 Millionen Euro gefördert.

Initiator und Sprecher der Forschergruppe ist der Göttinger Amerikanist Frank Kelleter.

15 Forscher aus den Bereichen Germanistik, Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie, Amerikanistik, Empirische Kulturwissenschaft und Medienwissenschaften erforschen in sechs Teilprojekten einen Erzähltypus, der für die moderne Populärkultur wesensbestimmend ist: die Serie.

Ob als Heftroman, Comic oder Fernsehserie – die Wissenschaftler wollen untersuchen, wie sich die starke Verbreitung und Popularität von Serien seit dem 19. Jahrhundert erklären lässt und welche neuen Erzählformate durch Serialisierung geschaffen wurden.

Dabei widmen sich die Beteiligten zum Beispiel der Frage, wie Serien unsere Wahrnehmung beeinflussen oder welche Wandlungen Serienhelden wie Tarzan oder Superman durchlaufen, wenn sie in andere Medien wie Kino oder Rundfunk übertragen werden.

Auch die Bedeutung zunehmend komplexer Fernsehserien wie The Sopranos oder The Wire für die gegenwärtige Kultur in den USA wird erforscht, ebenso die Frage, wie deutsche Zuschauer Angebote wie den Tatort in ihren Alltag integrieren.

Die Beantwortung dieser und weiterer Fragestellungen soll Aufschluss geben über die Rolle der seriellen Populärkultur in der Entwicklung moderner Medien und moderner Erzählformate insgesamt.

Zum Auftakt der Eröffnungskonferenz am Mittwoch, 6. April 2011, begrüßen die Präsidentin der Universität Göttingen, Ulrike Beisiegel, und der Dekan der Philosophischen Fakultät, Udo Friedrich, die Teilnehmer.

Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr in der Paulinerkirche am Papendiek 14. Professor Kelleter stellt die Forschergruppe vor, anschließend beschäftigt sich Lorenz Engell von der Bauhaus Universität Weimar mit dem Thema „Folgen und Ursachen: Über Serialität und Kausalität“.

Als weiterer Hauptredner hält Knut Hickethier von der Universität Hamburg am Donnerstag, 7. April, um 17 Uhr einen Vortrag mit dem Titel „Populäre Fernsehserien zwischen nationaler und globaler Identitätsstiftung“.