Forschung an leiseren Hubschraubern

© DLR
Text von: redaktion

Dass ein Hubschrauber senkrecht fliegen kann, verdankt er seinem Rotor. Dieser ist allerdings auch für den Lärm im Flug verantwortlich. Wie genau dieser Rotorlärm entsteht, untersuchen jetzt Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA in Göttingen.

„Fast alles, was man von einem Hubschrauber hört, ist aerodynamischer Lärm. Ein großer Teil davon entsteht durch die sogenannten Blattspitzenwirbel, die am äußeren Ende des Rotorblattes entstehen“, erklärt Markus Raffel, Leiter der Abteilung Hubschrauber im DLR Göttingen.

„Auf der Oberseite bildet sich ein Unterdruck, der die Luft nach oben zieht. Diese dreht sich dabei zu einem Blattspitzenwirbel auf und wird danach nach unten gelenkt“, ergänzt DLR-Wissenschaftlerin Karen Mulleners.

Treffen dann die Wirbel auf nachlaufende Rotorblätter, kommt es zu den typischen Knattergeräuschen von Hubschraubern.

Die Kooperation zwischen der NASA und dem DLR ist in einem beiderseitigen Abkommen vereinbart. „Unsere Spezialität im DLR Göttingen ist die optische Messtechnik für Strömungen“, sagt Markus Raffel. Der NASA-Wissenschaftler James T. Heineck bestätigt: „Darin zählen die Göttinger zu den besten der Welt.“ Die NASA-Forscher bringen neben neuester Messtechnik ihre Erfahrung aus Experimenten im größten Windkanal der Welt mit ein.

Das Ziel der Untersuchungen ist es, künftige Hubschrauber leiser zu machen. Dafür werden neueste Messgeräte, wie Hochgeschwindigkeitskameras, Laser und Hochleistungs-Leuchtdioden, kombiniert.

Dies ermöglicht mit bis zu 4000 Einzelbildern pro Sekunde die Wirbel sowie Verformungen der Rotorblätter aufzunehmen.

Die aktuellen Messungen sollen die Grundlage für künftige Tests in einem Windkanal bilden. Später sind Untersuchungen an einem echten Hubschrauber angedacht.