Forscher am Herzzentrum Göttingen ausgezeichnet

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Text von: redaktion

Göttinger Herzforscher erhalten drei verschiedene Auszeichnungen für ihre Forschungen auf der diesjährigen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim.

Drei Forscher aus dem Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen haben in Mannheim auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) von 12. bis 14. April 2007 für ihre Forschungsprojekte wichtige Auszeichnungen und Preise erhalten. Von den in diesem Jahr von der DGK vergebenen 14 Preisen und Stipendien,erhielten allein die Göttinger Herzforscher zwei Preise und ein mit 50.000 Euro dotiertes Forschungsstipendium.

Ralph H. Knöll, Leiter der Arbeitsgruppe kardiovaskuläre Molekular-Genetik am Herzzentrum Göttingen, erhielt den mit 5.200 Euro dotierten Preis der Fritz-Acker-Stiftung für seine grundlegenden Forschungen und Ergebnisse bei Patienten mit einer Sonderform der Herzmuskelschwäche der so genannten „Dilatative Kardiomyopathie“, die nur bei Menschen nordischer Abstammung auftritt. Im Tierversuch und bei Patienten konnte er zeigen, dass ein Defekt im so genannten Z-disc Protein vorliegt. Dieser führt dazu, dass sich das Herz weder genügend anspannen noch erschlaffen kann.

Stefan Wagner aus der Abteilung Kardiologie und Pneumologie im Herzzentrum Göttingen wurde mit dem Wolfgang-Trautwein-Forschungspreis für seine Arbeit „Die Ca/Calmodulin-abhängige Proteinkinase II (CaMKII) reguliert kardiale Na Kanäle“ ausgezeichnet. In dieser Arbeit, die im Dezember in der bedeutenden Fachzeitschrift „The Journal of Clinical Investigation“ erschien, konnte Wagner erstmals eine CaMKII-abhängige Regulation des herzspezifischen Natriumkanals zeigen. Diese CaMKII-abhängige Regulation der Natriumkanalfunktion scheint zur Entstehung von Herzrhythmusstörungen bei Herzinsuffizienz beizutragen. Der Trautwein-Forschungspreis wird seit fünf Jahren von der Peter-Osypka-Stiftung verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Lars S. Maier, Leiter der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Nachwuchsgruppe im Emmy Noether-Programm in der Abteilung Kardiologie und Pneumologie, wurde mit dem Klaus-Georg und Sigrid-Hengstberger-Forschungsstipendium ausgezeichnet. Das Stipendium wird für Projekte auf dem Gebiet der experimentellen und klinischen Kardiomyopathien vergeben und ist mit einem Fördervolumen von 50.000 Euro ausgestattet. Mit dem Preisgeld wird die Arbeitsgruppe von Maier in den nächsten drei Jahren Untersuchungen zu verschiedenen neuartigen Ursachen von Herzrhythmusstörungen bei Herzmuskelschwäche auf molekularer Ebene und im Mausmodell untersuchen. Es sollen neuartige Ansätze evaluiert werden, um diese Herzrhythmusstörungen verhindern zu können.

Die drei Göttinger Forscher bilden zusammen mit anderen Forschern aus dem Herzzentrum Göttingen die DFG Klinische Forschergruppe KFO 155, die „Die Bedeutung von Biomechanik und Ca2+-Stoffwechsel bei Herzinsuffizienz und Regeneration“ untersucht.

Bildunterschrift: Ausgezeichnete Forscher im Herzzentrum Göttingen: (v.l.n.r.) Ralph H. Knöll, Stefan Wagner, Lars S. Maier.

Foto: UMG