Förderung für das Bernstein Zentrum Göttingen

© Georg-August-Universität Göttingen
Text von: redaktion

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt den erfolgreichen Forschungsverbund für weitere fünf Jahre mit 8,5 Millionen Euro.

Wie funktioniert das Gehirn? Dieser Frage gehen Wissenschaftler am Bernstein Center for Computational Neuroscience Göttingen (BCCN) seit fünf Jahren nach.

Computational Neuroscience ist ein noch junges Forschungsgebiet, das durch mathematische und theoretische Methoden im Zusammenspiel mit Experimenten die Funktion des Gehirns zu entschlüsseln versucht. Am Göttinger Bernstein Zentrum sind federführend die Universität Göttingen und das Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation beteiligt.

Gemeinsam mit den Bernstein Zentren in Berlin, Freiburg und München gehört das Göttinger Zentrum zu den Gründungseinrichtungen des Bernstein Netzwerks Computational Neuroscience und hat maßgeblich dazu beigetragen, dieses Forschungsfeld in Deutschland zu etablieren.

Im Vordergrund der Forschung steht die Entschlüsselung kooperativer Mechanismen. Dazu untersuchen die Wissenschaftler verschiedene Aspekte von der molekularen Ebene über das Zusammenspiel einzelner Zellen bis hin zur Kooperation verschiedener Hirnregionen bei komplexen Handlungen.

Unter anderem wird untersucht, wie das Gehirn Bewegungen plant. Daraus ergeben sich Anwendungen im medizinischen Bereich, beispielsweise bei der Entwicklung von Prothesen mit intelligenter Bewegungskontrolle sowie in der Robotik.

Im Bernstein Zentrum Göttingen wenden Wissenschaftler zudem neue experimentelle Methoden an, mit denen die Aktivität einer großen Anzahl von Nervenzellen gleichzeitig und sehr genau gemessen werden kann.

„Methoden der nichtlinearen Dynamik und theoretischen Physik auf Fragen der Neurowissenschaften anzuwenden, hat sich in der ersten Förderperiode als sehr vielversprechend erwiesen. Diesen Ansatz wollen wir weiter ausbauen und auf komplexere Probleme anwenden“, erklärt Theo Geisel, geschäftsführender Leiter des Bernstein Zentrums Göttingen und Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation.

Weitere Projektpartner am Bernstein Zentrum Göttingen sind das Deutsche Primatenzentrum, die Göttinger Max-Planck-Institute für Experimentelle Medizin und für biophysikalische Chemie sowie das Medizintechnikunternehmen Otto Bock Health Care.

Um den Brückenschlag zur Anwendung nachhaltig zu etablieren, wird im Rahmen des Bernstein Zentrums eine Professur Neuroprothetik und Sensomotorische Integration eingerichtet, die am Deutschen Primatenzentrum und der Universität Göttingen angesiedelt sein wird.

Das Bernstein Zentrum Göttingen ist Teil des bundesweiten Bernstein Netzwerks Computational Neuroscience, das mittlerweile etwa 200 Arbeitsgruppen umfasst.