©Alciro Theodoro da Silva
©Alciro Theodoro da Silva
Text von: Marisa Müller

Robin Trappe ist im dritten Lehrjahr und froh über die Ausbildung beim Fliesen­leger Meister Stefan Rittmeier in Nesselröden. Seine reguläre Schulzeit hat Trappe mit dem einjährigen Besuch der Berufsfachschule für Bautechnik verlängert. Danach war klar: Der Beruf des Fliesenlegers sollte es sein.

„Gebaut wird schließlich immer“, sagt er lachend. „Ich habe zunächst ein Praktikum bei Stefan Rittmeier absolviert, und wir haben uns sofort verstanden. Als ich dann Bewerbungen verfasst habe, hat er natürlich auch eine bekommen und sich sofort bei mir gemeldet.“ Das ist nun zwei Jahre her und ein Gewinn für beide Seiten.

Im Unternehmen arbeiten Meister Rittmeier, ein Geselle und ein Azubi, Robin Trappe, Hand in Hand. Die Verkleidung von Wänden, Bodenbeläge fertigen, aber auch die Reparatur alter Kachelöfen gehören mit zum Tätigkeitsfeld des Fliesen-, Platten- und Mosaiklegers. „Wenn ein Betrieb so klein ist, lernt man viel, und es gibt immer was zu tun“, so der Jobeinsteiger. Viel Schonzeit gab es dementsprechend nicht, aber genau das gefiel dem 23-Jährigen von vornherein. „Das Beste ist, dass ich nie weiß, wie es wird und was passiert, wenn ich morgens auf eine neue Baustelle fahre“, begründet Trappe seine noch immer anhaltende Begeisterung für den Beruf. Zunächst sorgen er und das Team vor Ort für die idealen Bedingungen. Alle alten Fliesen und Beläge werden entfernt und entsorgt. Anschließend werden Wände begradigt, Un­ebenheiten beseitigt und zuletzt die vorher besprochenen Pläne in die Tat umgesetzt.

„Wenn eine Baustelle fertig geworden ist, wenn ich abends nach Hause komme und erledigt bin vom arbeitsreichen Tag, weiß ich immer, was ich geschafft habe.“ Dieses Ergebnis sei das, was handwerkliche Berufe ausmacht. „Sicherlich bin ich stolz, wenn es schön geworden ist und sich die vielen Stunden gelohnt haben. Wenn am Anfang überall nur Schutt und rohe Wände zu sehen sind, kann ich mir manchmal kaum vorstellen, wie es am Ende sein wird“, gesteht er. Aber genau das sei es, was man unbedingt mitbringen sollte. Viel Fantasie und räumliches Vorstellungsvermögen, aber auch ein Hang zu Präzision und genauem Arbeiten seien die wichtigsten Eigenschaften für den Beruf des Fliesenlegers.

Die Ausbildung durch die Berufsbildenden Schulen dauert regulär drei Jahre. In Südniedersachsen ist das ausschließlich in Duderstadt möglich. Die nächs­te Schule in Niedersachsen, an der man zum Fliesenleger ausgebildet werden kann, ist erst wieder in Hannover. In den letzten 20 Jahren ist ein Abwärtstrend der Ausbildungszahlen erkennbar. In der Abschlussklasse von Robin Trappe sind insgesamt nur fünf Schüler, die die Ausbildung zum Fliesen, Platten- und Mosaikleger hinter sich gebracht haben – im Jahrgang darunter sind es auch bloß sechs. Dabei gibt es allein in Nesselröden im Eichsfeld, dem Ausbildungsstandort von Trappe, gleich drei Fliesenlegerbetriebe. Generell kann sich jeder gelernte Fliesenleger nach seiner Ausbildung selbständig machen. „Das ist aber ein großes Problem, denn so entstehen viele Ein-Mann-Betriebe, die nicht mehr ausbilden“, erklärt Sabine Freese, Schulleiterin der Berufsbildenden Schule Duderstadt. „Ausbilden kann man nur mit einem Meister, und den machen viele heute nicht mehr. Leider.“

Meister möchte Trappe aber erst einmal nicht werden. „Zu viel Verantwortung und Arbeit“, lautet sein Urteil. Es sei gut, wenn noch jemand die Arbeit kontrolliert und hilft. Selbständigkeit bedeute auch, dass ich für alles meinen Kopf hinhalten müsste. Dafür ist es jetzt noch zu früh. Erstmal arbeiten und schauen was sich ergibt“, sagt Trappe mit Blick in Richtung Zukunft.