Finanzmärkte: Odysseus und die Wiesel

© Verlag Berenberg
Text von: Claudia Klaft

Georg von Wallwitz porträtiert in seinem neuen Buch die Akteure des Finanzwesens.

Was hat eine literarische Figur mit kleinen Raubtieren zu tun, und wie erklärt sich daraus der Untertitel des Buches ‚Eine fröhliche Einführung in die Finanzmärkte‘?

Georg von Wallwitz stellt Odysseus, den er als modernen Unternehmer sieht, den Wieseln gegenüber – dem gängigen Menschenschlag, der den Börsenhandel dominiert, aber nicht unbedingt versteht – und entspinnt daraus eine ebenso gewitzte wie auch hintergründige Beschreibung des Finanzwesens.

Beginnend mit dem historischen Bühnenbild, das wohl 1602 durch die Gründung einer AG entstand, und den theoretischen Eckdaten von Keynes, die das Gerüst bilden, präsentiert Wallwitz die gewählten Akteure, entblößt ihre Motivation und Verhaltensweisen.

Selbst von Furcht aber auch Ehrgeiz getrieben handeln sie mit langweiligen Aktien sowie spannenden Anleihen, wobei sie oft selbst auf dem Finanzparkett ausrutschen.

Nebenbei treffen sie in einer kurzen Szene auf den Privatkunden, der eine Rolle als Plankton hat. Am Ende senkt sich schließlich der Vorhang ‚Diesseits der Moral‘.

Ein literarisches Essay, das in ungewohnter aber liebevoller Manier die oft undurchschaubare Finanzwelt als öffentliche Aufführung inszeniert. Applaus!

Georg von Wallwitz: Odysseus und die Wiesel, Verlag Berenberg,20 Euro