Faszinierende Sicht ins Gehirn

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Text von: redaktion

Die Universitätsmedizin Göttingen nimmt einen der modernsten Computertomografen von Siemens in Betrieb. Mit dem deutschlandweit ersten System seiner Art in der Neuroradiologie sind schnelle Diagnosen bei Schlaganfall und Hirntumor möglich.

Als erste Neuroradiologische Klinik in Deutschland setzen jetzt die Neuroradiologen an der Universitätsmedizin Göttingen unter der Leitung von Michael Knauth eine neue Diagnose-Technologie ein.

„Mit dem neuen Gerät können wir das gesamte Gehirn mit allen Blutgefäßen auf einen Blick in 3D-Qualität sehen und zusätzlich sogar den Blutfluss im Zeitverlauf verfolgen und untersuchen. Mit dieser so genannten 4D-Aufnahme erkennen wir sofort, zu welchen Auswirkungen etwaige Engpässe oder Verschlüsse der Blutgefäße im Gehirn geführt haben“, sagt Michael Knauth, Direktor der Abteilung Neuroradiologie an der Universitätsmedizin Göttingen.

Im Notfalleinsatz und besonders für die Behandlung bei Schlaganfällen sind solche genauen Erkenntnisse enorm wichtig: Denn je früher die Krankheit erkannt ist, desto schneller können die Mediziner adäquat handeln.

Bis zu 128 Schichten stellt der CT pro Röhrendrehung dar; zusätzlich kann die gesamte Gehirndurchblutung mittels einer neuen, innovativen Scan-Technologie – der so genannten adaptiven 4D-Spirale – auf einen Rutsch bestimmt werden. Angenehmer Nebeneffekt für den Patienten: Er bekommt nur einmal Kontrastmittel verabreicht.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich bei den so genannten minimal-invasiven Eingriffen: So kann etwa die Probenentnahme von verdächtigem Tumor-gewebe erstmalig mit Hilfe von 3D/4D-Darstellungen durchgeführt werden. Das exakte Setzen einer Nadel wird damit zur Routine. Zudem blockiert ein einzigartiges Dosis-Schild unnötige Röntgenstrahlung, so dass die Patienten bei Untersuchungen nur der klinisch notwendigen Dosis ausgesetzt werden.