faktor-Link: Ein ,Spotlight‘ für die Region

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Text von: redaktion

‚Spotlight – das Jobkino‘ ist eine Online-Plattform, auf der regionale Unternehmen sich selbst und ihre Ausbildungsberufe vorstellen.

„Wenn ihr einen Ausbildungs- und später einen Arbeitsplatz haben wollt, dann müsst ihr die Region verlassen.“ Diesen pessimistischen Satz, den einige Lehrer ihren Schülern im Landkreis Northeim mit auf den Weg gegeben haben, wollte Landrat Michael Wickmann nicht stehen lassen.

Inspiriert von den Videoclips der Gewinner beim Innovationspreis des Landkreises Göttingen, regte er an, dass sich südniedersächsische Betriebe in genau solchen Filmen ihren zukünftigen Auszubildenden präsentieren.

Im Gegensatz zu den Hochglanz-Imagefilmen des Innovationspreises stellen bei ‚Spotlight‘ allerdings nicht die Unternehmer ihre Unternehmen vor, sondern die Auszubildenden. Sie sind es auch, die den potenziellen Nachfolgern ihren Ausbildungsberuf in weiteren drei- bis fünfminütigen Clips näher bringen.

„Die Idee ist, ganz banal gesagt, dass ein Azubi seinem Freund, der noch zur Schule geht, den jeweiligen Beruf in Form einer Videobotschaft empfiehlt“, erklärt Daniel Bernhard von der Agentur Nortia. Bernhard und seine Mitarbeiter produzieren die Filme für den Innovationspreis und sind nun auch für die Jobkino- Videos verantwortlich.

Der große Vorteil von ‚Spotlight‘ ist, dass Schüler mit Hilfe von Medien und Kommunikationsmitteln erreicht werden, die sie sowieso im Alltag benutzen: „Wir können keine Handzettel verteilen, wenn alle anderen über Youtube und Facebook werben“, sagt Michael Wickmann.

Da die Filme bei Youtube hochgeladen und erst danach in die ‚Spotlight‘-Seite eingebettet werden, können sie auch unabhängig davon, ob jemand das Projekt kennt oder nicht, im Internet gefunden werden.

Im Landkreis Northeim und Umgebung sollte ‚Spotlight‘ aber jedem Schüler bekannt sein. Denn mit dem Landkreis zeigt sich ein Schulträger federführend verantwortlich. Darüber hinaus treibt die Agentur für Arbeit das Projekt mit voran und informiert die Schüler bei Schulbesuchen.

„Anders als durch eine teure Zeitungsanzeige, die die meisten Jugendlichen nicht lesen, werden sie direkt angesprochen“, sagt Daniel Bernhard. Aus diesem Grund kommt das Projekt bei den Unternehmen im Landkreis Northeim hervorragend an. „Uns liegen derzeit Aufträge von 60 Unternehmen für über 150 Videos vor.“

Erfolge bereits sichtbar

Wie vielversprechend die Aktion ist, zeigt sich am Beispiel der Firma Piller Industrieventilatoren aus Moringen. Sie war als erste bei ‚Spotlight‘ dabei und hat das Projekt 2012 mit einem Pilotfilm entscheidend mit vorangetrieben.

Bei einer Befragung unter 50 Bewerbern für das Ausbildungsjahr 2012 gab die überwiegende Mehrheit an, über das Jobkino auf Piller aufmerksam geworden zu sein. Noch stärker sei die Resonanz bei Messen wie der GöBIT, sagt Ausbildungsleiterin Mandy Steinmetz: „Wir hören immer häufiger von Schülern, dass sie sich bei ‚Spotlight‘ schon einmal über uns informiert haben.“

Inzwischen werden mehr als 20 Ausbildungsberufe auf der ‚Spotlight‘-Homepage vorgestellt.

Aufgrund der guten Reaktionen von Schülern, Lehrern und Unternehmen sehen sich die Macher jetzt an dem Punkt, ihren ursprünglichen Plan umzusetzen und das Projekt auch auf die Landkreise Osterode am Harz und Göttingen auszuweiten.

Angesichts des allseits heraufbeschworenen Fachkräftemangels ist ‚Spotlight – das Jobkino‘ eine gelungene Maßnahme, um Schüler in Südniedersachsen anzusprechen und sie für regionale Unternehmen zu begeistern.

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