Fakten zum Arbeitsmarkt

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Text von: redaktion

Nach dem Arbeitsmarktbericht Juli 2009 sind bei der Agentur für Arbeit Göttingen 21.409 Arbeitslose registirert. Damit ist die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat mit 3 Prozent anscheinend nur leicht gestiegen, doch im Detail zeigen sich Unterschiede.

Im Bereich der steuerfinanzierten Grundsicherung (so genanntes „Hartz IV“), also der durch die JobCenter / ARGEn betreuten Arbeitslosen, betrug der Anstieg 0,7 Prozent auf 14.011 Personen.

Doch im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III / Arbeitslosengeld I), also der durch die Agentur für Arbeit betreuten Arbeitslosen, stieg die Zahl auf 7.298, das sind 7,7 Prozent mehr gegenüber dem Vormonat. Betrachtet man den gleichen Monat des Vorjahres, entspricht dies sogar einem Anstieg von 21, 6 Prozent.

Von der Krise am stärksten betroffen sind die Jüngeren unter 25 Jahren: Hier betrug der Anstieg der Arbeitslosen 21,5 Prozent auf 2.564 gegenüber dem Vormonat.

„Durch die Sommerferien ist der nahtlose Übergang in weiterführende Schulen, Studium oder Arbeit häufig nicht möglich“, erklärte Klaus-D. Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen.

„Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit lässt sich aber nicht allein damit begründen“, so der Göttinger Agenturchef weiter, „denn Jüngere sind zurzeit deutlich häufiger von Entlassungen betroffen und werden nach einem befristeten Vertrag oder dem Ende ihrer Ausbildung oftmals nicht weiter im Betrieb beschäftigt.“

Insgesamt verdeutlicht der Vergleich zum Vorjahr die stärkeren und unmittelbareren Auswirkungen der konjunkturellen Entwicklung auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung.

Wie im Juni waren die Geschäftsstellen sehr unterschiedlich davon betroffen. Für den SGB III-Bereich sieht es im Einzelnen folgendermaßen aus:

  • Duderstadt minus 3,7 Prozent
  • Göttingen plus 10,7 Prozent
  • Hann.Münden plus 21,3 Prozent
  • Northeim plus 22,8 Prozent
  • Uslar plus 33,6 Prozent
  • Osterode plus 42,4 Prozent
  • Einbeck plus 60,5 Prozent

Viele Betriebe setzen auch weiterhin auf Kurzarbeit. So gingen im Juni insgesamt 78 Anzeigen über Kurzarbeitergeld für 1.059 Personen von Betrieben bzw. einzelnen Betriebsabteilungen (dadurch teilweise Mehrfachnennungen eines Betriebes) bei der Agentur für Arbeit Göttingen ein.

Im Mai waren es 107 Anzeigen für 1.537 Personen. Die Anzeigen sowie die genannten Personenzahlen sind damit weiter rückläufig aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Besonders betroffen sind weiterhin das verarbeitende Gewerbe mit Automobilzuliefer- und Metallindustrie, im Baugewerbe sind die Anzeigen dagegen stark rückläufig.

Auch bei Neu-Einstellungen achten die Betriebe vermehrt auf förderfähige Arbeitsverhältnisse: Zwar lag die Zahl der neu gemeldeten Stellenangebote im Juli insgesamt auf einem deutlich höheren Niveau als im Vormonat und leicht über dem des Vorjahres, die der ungeförderten Stellenangebote ging aber deutlich zurück.