©Alciro Theodoro da Silva
©Alciro Theodoro da Silva
Text von: Kim Henneking

Nicolai Scheffler zieht fast täglich um – immer im Gepäck: Fingerspitzengefühl.

Nicolai Scheffler hat sich für einen hand­festen Job entschieden – nicht unbedingt typisch für jemanden mit Hochschulreife. Doch für den 22-jährigen Fachabiturienten war schon früh klar: „Ein Schreibtischjob, das ist nichts für mich.“ Während seines Schulpraktikums bei Herbold-­Menze, einem regionalen Umzugsunternehmen, hat es ihm am besten gefallen, wenn er in den LKW einsteigen und vor Ort mit anpacken durfte. Und so kehrte er gleich nach seinem Abschluss in den Betrieb zurück.
Seine Ausbildung zur Fachkraft für Möbel-, ­Küchen- und Umzugsservice, kurz FMKU, dauert drei Jahre. Die Berufsschule besucht der geborene Göttinger im Blockunterricht. Mehrmals im Jahr geht es dafür für drei bis fünf Wochen nach Springe. Dort erfährt die ca. 30-köpfige Schulklasse ­alles, was nötig ist, um einen Raum auszustatten.

In der schuleigenen Werkstatt wird gesägt, gehämmert und geleimt. Die Azubis lernen nicht nur, wie man Möbel aufbaut, sondern auch, wie man das Material am besten verarbeitet, zurechtschneidet oder eigene Zeichnungen anfertigt.

„Mir gefällt besonders die Vielfalt der Arbeit. Ich lerne von allem ein bisschen was: Tischlerhandwerk, Elektriker und Klempner.“ Schränke aufbauen, Lampen installieren, Herd und Wasserboiler anschließen – dafür brauchen Nicolais Kunden keine drei verschiedenen Firmen engagieren, das machen er und seine Kollegen alles aus einer Hand.

Umzüge von Firmen- oder Einpersonenhaushalten machen das Hauptgeschäft aus. Besonders ans Herz gehen dem Hobby-Fußballer jedoch die Umzüge von Senioren: „Da ist Fingerspitzengefühl gefragt. Man kann nicht einfach ins Haus kommen und alles mitnehmen. Ein Umzug ist immer auch eine emotionale und stressige Angelegenheit. Da muss man auch auf die Menschen zugehen können.“

Und wie sieht die Zukunft aus? Nicolais Arbeitgeber hat ihm schon jetzt zugesagt, den LKW-Führerschein zu übernehmen. Und mit seinem Schulabschluss ist es ihm jederzeit möglich, eine kaufmännische Weiterbildung anzustreben, sollte er ­irgendwann doch zurück an den Schreibtisch ­wollen – doch dieser Wechsel steht für Nicolai in nächster Zeit erst einmal nicht an.

Das musst du mitbringen
Schulabschluss: Hauptschule
Führerschein: Klasse B
Deine Interessen: Handwerk, Zeichnen
Schulfächer: Werken/Technik, Mathematik

Gut zu wissen

Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Mögliche Arbeitgeber: Küchenstudios, Möbelhäuser, Umzugsfirmen

Ausbildungsgehalt
1. Lehrjahr: 570–800 Euro
2. Lehrjahr: 640–850 Euro
3. Lehrjahr: 730–890 Euro
Einstiegsgehalt: 1.850 Euro