©Karsten Koch
Text von: Helena Muhm

Eine Fachkraft für Lagerlogistik lernt nicht nur, Waren anzunehmen und einzulagern – die Aufgaben sind weitaus vielfältiger.

Betritt man das Firmengelände von PEMA in Herzberg am Harz, fällt eines sofort ins Auge: die Farbe Blau. Von der Arbeitskleidung der Mitarbeiter, über die Regalreihen des Ersatzteillagers bis hin zu den Fensterrahmen und den Kaffeetassen – alles ist in ein beruhigendes Dunkelblau getaucht. So auch das Arbeitsfahrzeug von Azubi Jannis Wedler: der Gabelstapler. Um damit Ersatzteile in die Werkstatt bringen zu dürfen, musste er zunächst einen Staplerführerschein machen. Diese Qualifikation, die er intern im Unternehmen erwerben konnte, ist allerdings nur ein kleiner Bestandteil seines vielschichtigen Ausbildungsprogramms zur Fachkraft für Lagerlogistik.

Den Anreiz für die Bewerbung auf seinen jetzigen Ausbildungsplatz erhielt Jannis durch ein dreiwöchiges Schulpraktikum, welches er in der 9. Klasse absolvierte. Damals bekam er erstmals die Gelegenheit, in einem Unternehmen in Bad Lauterberg in den Arbeitsalltag einer Fachkraft für Lagerlogistik hineinzuschnuppern. Der Eindruck, den er sich in dieser Zeit von dem Beruf verschaffen konnte, war so positiv, dass er sich daraufhin auf eine entsprechende Ausbildungsstelle beim Nutzfahrzeugvermieter PEMA bewarb.

An die ersten Tage im Unternehmen kann sich der 18-jährige Herzberger noch gut erinnern. „Ich freute mich riesig auf die Arbeit und ging offen an die Sache heran“, sagt er. An seinem ersten Arbeitstag bekam er erst einmal eine Führung durch alle Abteilungen. Natürlich war er aufgeregt, aber seine Kollegen, mit denen er sich auf Anhieb gut verstand, konnten ihm die Anspannung schnell nehmen. Auch, wenn ihm anfangs noch kleinere Fehler unterliefen, fand er sich zügig in die Arbeitsabläufe sowie das bestehende Team der Mitarbeiter ein.

Seit August ist Jannis nun im zweiten Lehrjahr. Während seiner bisherigen Ausbildung bekam er bereits ein umfassendes Bild von dem abwechslungsreichen Arbeitsalltag einer Fachkraft für Lagerlogistik.

Etwa die Hälfte seiner Arbeitszeit verbringt Jannis am Computer in seinem Büro, das er sich mit einem Kollegen teilt. Hier werden alle Aufgaben, wie etwa das Erstellen von Rechnungen, das Schreiben und Beantworten von E-Mails oder die Warenreklamation, mithilfe des Lagerverwaltungsprogramms Navision erledigt. Einen guten Ausgleich für die Tätigkeit am Schreibtisch bietet sein zweiter Arbeitsbereich im Lager. Dort kontrolliert Jannis die Ersatzteile, die er zuvor von Lieferanten angenommen und mit seinen Kollegen gemeinsam ausgeladen hat. Gerade diese körperliche Betätigung und das Arbeiten im Team machen ihm besonders viel Spaß, weshalb er auch privat seit einigen Jahren Basketball spielt und beim Kickboxtraining an seine Grenzen geht. Darüber hinaus gehören das Anlegen neuer Lagerungsorte für die Ersatzteile, das Verschicken von Paketen sowie die Inventur zu seinen Aufgaben.

Jannis wünscht sich, nach der Ausbildung weiterhin für PEMA arbeiten zu können. Und die Chancen dafür stehen recht gut, denn auch der Teamleiter der Lagerlogistik, Frank Klawitter, hat längst erkannt, dass der Azubi seine Arbeit mit Begeisterung erledigt: „Jannis ist ein sehr guter Mitarbeiter. Er ist stets motiviert und wir würden uns freuen, ihn weiterhin im Team zu haben.“

Ausbildungsgehalt

1. Lehrjahr: 848 Euro
2. Lehrjahr: 913 Euro
3. Lehrjahr: 998 Euro
Einstiegsgehalt: 1.000 – 2.600 Euro (brutto)